Warum ein Mobiles Atelier?
Kunst entsteht oft hinter verschlossenen Türen, in städtischen Ateliers oder in weißen Ausstellungsräumen. Doch was passiert, wenn sich diese Räume öffnen, aufs Land hinausziehen und direkt in die Lebensrealität der Menschen treten? Das Mobile Atelier macht genau das: Es schafft Räume für die Bildende Kunst, wo man sie nicht unbedingt erwartet –in einer alte Mühle, einer ehemalige Schmiede, einem leerstehenden Ladenlokal oder sogar in einem Museum für Geigenbau. Das Mobile Atelier lädt Besucher:innen ein, kreative Prozesse nahbar und direkt vor Ort zu erleben, mit den Künstler:innen ins Gespräch zu kommen und in zahlreichen Workshops selbst aktiv zu werden.
Seit 2023 verwandelt der BBK Bayern mit diesem außergewöhnlichen Projekt die verschiedensten Räume in Ateliers auf Zeit – und im Idealfall sogar darüber hinaus. Bildende Kunst und künstlerische Praxis werden so direkt in Gemeinden in ganz Bayern verwirklicht, die abseits der großen Zentren liegen. Leerstand soll so in lebendige Räume der Begegnung verwandelt werden. Über das Mittel der Bildenden Kunst möchte Das Mobile Atelier Austausch und Zusammenarbeit unterstützen, kreative Prozesse anregen und vor Ort ein starkes Zeichen für kulturelle Teilhabe setzen.
Beim Mobilen Atelier soll Kunst nicht (nur) ausgestellt, sondern erfahrbar werden, mitten im Alltag, in direktem Kontakt mit den Menschen vor Ort. Das Mobile Atelier versteht sich als wandernder Kunst-Ort: Ein flexibler Raum, der Künstler:innen für sechs bis acht Wochen zur Verfügung steht, damit sie in einem neuen Kontext leben und arbeiten können. Jeder Aufenthalt wird bewusst in ländlichen Gemeinden angesiedelt, in engem Kontakt mit Schulen, Vereinen oder Kulturhäusern vor Ort. Damit entsteht ein temporäres Atelier, das zugleich Werkstatt, Begegnungsraum und Ausstellungsort ist.
Die Künstler:innen arbeiten vor Ort an eigenen Projekten und öffnen gleichzeitig das Atelier für die Öffentlichkeit. Workshops für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Gespräche und Mitmachaktionen gehören zum festen Bestandteil. Dadurch verschwimmt die Grenze zwischen künstlerischem Arbeiten und kultureller Vermittlung.
Das Mobile Atelier folgt einem klaren Rhythmus:
Ein Ort – eine Künstler:in: Für mehrere Wochen zieht eine Künstlerin oder ein Künstler in den Ort, arbeitet dort und gestaltet parallel ein Programm für die Bevölkerung.
Offenes Atelier: Die Türen stehen offen, Passant:innen können vorbeischauen, Fragen stellen und Einblicke in den Entstehungsprozess bekommen.
Workshops, Begegnungen: Spezielle Formate binden Schulklassen, Vereine oder interessierte Einzelpersonen ein. Vom künstlerischen Experimentieren bis zu kollektiven Projekten ist vieles möglich.
Veranstaltungen: Gemeinsame Feiern wie Vernissagen und/oder Finissagen, die die Arbeiten der Residenzzeit sichtbar machen und Begegnungen noch einmal bündeln.
Diese Struktur sorgt dafür, dass Das Mobile Atelier Kunsterlebnisse ermöglicht, die sich von Besuchen in Museen oder Galerien unterscheiden. Die Kunst wird zu einem sozialen Ereignis, das Kunst in den Alltag integriert und die unterschiedlichsten Menschen zusammenbringt.