Überblick: Die Künstler:innen
Was wäre ein Atelier ohne Künstler:innen? Pro Standort bespielt ein:e Künstler:in oder ein Künstler:innen-Duo Das Mobilen Atelier. Die Kunstschaffenden realisieren ein ortsspezifisches Konzept, nutzen Das Mobile Atelier vorübergehend als Raum ihres künstlerischen Schaffens und erproben neue Räume für die Bildende Kunst. Die Künstler:innen lassen sich von der Vielfalt der bayerischen Landschaft inspirieren und durch den intensiven Kontakt mit den Bewohner:innen, die lokalen Traditionen und Naturressourcen in ihre Kunst einfließen. Ein Überblick der Künstler:innen, die bisher Das Mobile Atelier bespielten.
Nándor Angstenberger
Kitzingen
Als Künstler versteht sich Nándor Angstenberger als Weltenbauer, Sammler, Falter, Schneider, Suchender, Findender und vor allem Archivar von Kuriosem und Vergessenem. All das kommt in seinen Werken ganz wunderbar zum Vorschein. Er integriert Objekte und besonders gerne Kuriositäten in seine ortsspezifischen Installationen, die nach Ausstellungsende wieder zurückgegeben werden können, wenn gewünscht – als eine Art Leihgabe.
Garance Arcadias
Hauzenberg
Garance Arcadias wurde 1985 in La Rochelle in Frankreich geboren und lebt seit 2011 in Deutschland. Seit 2021 arbeitet sie zwischen München, Marseille und Berlin. Als Preisträgerin eines preisähnlichen Stipendiums, das vom bayerischen Kultusministerium für ihr Gesamtwerkvergeben wird, hat sie ein Jahr lang (2022-2023) im Internationalen Künstlerhaus Villa Concordia gewohnt. Sie wurde von der Ernsting-Stiftung, der Alexander Tutsek-Stiftung und der Erwin und Gisela von Steiner Stiftung unterstützt. Arcadias ist Preisträgerin von zehn Stipendien zwischen 2014 und 2023, darunter der deutsche Kunstfond für zeitgenössische Kunst im 2023. Garance schloss 2018 ihren Master an der Akademie der Bildenden Künste AdBK in München in der Bildhauerklasse von Prof. Gregor Schneider als Meisterschülerin ab. Sie gründete 2019 ein Gemeinschaftsatelier in München und nahm 2021 an dem Projekt ‘Yes we camp’ teil, bei dem in einem Bürogebäude in Marseille Ateliers und Ausstellungsräume geschaffen wurden. Garance ist Absolventin der École nationale supérieure d’art de Nice, Villa Arson (DNAP 2010) und hat von 2003 bis 2007 Architektur an der École nationale supérieure d’architecture et de paysage de Bordeaux und an der École Camondo (EnsAD Paris) studiert.
Lupita De Haney
Riedenburg
Lupita De Haney wurde 1982 im ländlichen Raum geboren. Ihr erster Kontakt mit der visuellen Kunst waren Comics, weshalb es ihr ein Anliegen ist, mit ihrer künstlerischen Arbeit, Menschen mit Kunst auf einer direkten, nicht rein intellektuellen Ebene in Kontakt und Austausch zu bringen. Sie besuchte die Schule für Bildende Kunst und Gestaltung, Kunstschule Berlin mit dem Schwerpunkt Comic und Illustration. Seither nahm sie an zahlreichen Gruppenausstellungen und Kulturveranstaltungen in Berlin, Hamburg, München und Fulda teil.
Paula dischinger
Lindenberg im Allgäu, Duo TonAn mit Anton Gotzel
Paula Dischinger studierte unter anderem am Institut Français de la Mode in Paris sowie Performance Art an der Central Saint Martins University in London. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Mode, Performance und sozialer Interaktion. Internationale Projekte und Ausstellungen prägen ihr Profil genauso wie die Auszeichnung mit dem Bayerischen Atelierpreis im letzten Jahr.
Coline Eberhard
Weiden in der Oberpfalz
Coline Eberhard, geboren 1987, ist Skizzenbuchautorin, Reiseillustratorin und Pädagogin. Die in München lebende Künstlerin möchte mit ihre Kunst zu kreativen Reisen inspirieren. Ihre Arbeit, poetische Chroniken des täglichen Lebens, findet ihren Ausdruck in Reiseskizzenbüchern, Comics und Künstlerbüchern. Zu ihren bevorzugten Medien gehören Aquarell, schwarze Füllfederhalter, Collagen und natürliche Materialien wie selbst hergestellte Tinte auf Pflanzenbasis. 2023 veröffentlichte sie ihr erstes Reisebuch, Autogares, und wurde eingeladen, es in Deutschland (Comic-Salon, Erlangen) und in der Schweiz (Fumetto, Luzern) vorzustellen. Im Jahr 2024 wurde sie für einen Künstleraufenthalt in La Maison Forte im Südwesten Frankreichs ausgewählt. Die Ergebnisse dieses Aufenthalts, darunter Skizzenbücher und andere Zeichnungen, die von der okzitanischen Sprache inspiriert sind, wurden in ihrer ersten Einzelausstellung in Limoges, Frankreich, vom gezeigt. 2025 wurde sie zu einem einmonatigen Aufenthalt in Istanbul, Lycée Saint-Joseph, eingeladen, wo sie mit Schülern an dem Konzept der Kultur-Skizzenbücher arbeitete.
Julia Eichler
Miesbach
Julia Eichler, geboren 1983 in Berlin, ist freischaffende Künstlerin mit Schwerpunkt Bildhauerei. Sie studierte von 2003 bis 2007 an der Hochschule für Bildende Künste Dresden und absolvierte anschließend ein Studium der Bildhauerei an der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle, das sie 2017 mit dem Diplom abschloss. 2019 wurde sie Meisterschülerin bei Prof. Bruno Raetsch. Seit 2017 arbeitet sie freiberuflich und realisiert ihre künstlerischen Projekte in verschiedenen Kontexten. Ihre Arbeiten wurden mit zahlreichen Stipendien und Preisen im In- und Ausland ausgezeichnet, u.a. durch Aufenthalte in Worpswede, Mazedonien, den Niederlanden sowie mehrfach durch Förderungen des Landes Sachsen-Anhalt und der Stiftung Kunstfonds. Julia Eichler lebt und arbeitet in Halle (Saale).
Philipp-Emanuel Eyrich
Stockheim im Frankenwald
Philipp-Emanuel Eyrich verbrachte die ersten acht Jahre seines Lebens in Fürth Oberfürberg, wo er von der Natur und einem angrenzenden Wald geprägt wurde. In seiner Kindheit erlebte er in einem kleinen Dorf mit nur sechs Häusern Freiheit und dörfliches Leben. Diese frühen Erfahrungen prägten nachhaltig seine Verbundenheit mit der Natur und seine Achtung für den Planeten. Nach dem Umzug seiner Familie ins städtische Umfeld Nürnbergs mit neun Jahren, entfaltete sich Eyrich kreativ inmitten eines Freundeskreises, der die städtische Umgebung als Spielfeld nutzte. Ein Weltreise brachte Eyrich schließlich zur Bildhauerei und an die Nürnberger Akademie. Seine Kunstwerke reflektieren die Verbindungen zwischen Menschen, ihre Beziehung zum Planeten und ihre gegenseitigen Interaktionen. Dabei nimmt er Fragen des Gewissens auf und setzt sich mit Haltungen und ethischen Thesen auseinander, impliziert Ideen von Immanuel Kant in zeitgenössische Diskurse und hinterfragt durch seine Skulpturen und Installationen die Gestaltung unserer Umwelt und deren Einfluss auf unser Verhalten.
melanie gandyra
Holzmühle, Remlingen
Die in Innsbruck lebende Künstlerin und Illustratorin Melanie Gandyra geboren 1991, studierte Illustration in Hamburg. Seit 2014 arbeitet sie als Illustratorin für deutschsprachige und internationale Auftraggeber. Für ihre Arbeiten wurde sie mehrfach ausgezeichnet. In ihrer künstlerischen Praxis verwebt die Gandyra Narration und Abstraktion, um auf wütendes Wetter, klimatische Kipppunkte und deren ökologische wie gesellschaftliche Folgen aufmerksam zu machen. Ihre Arbeiten sind eine Hommage an die Verletzlichkeit der Natur, die sich in vielschichtigen Kompositionen und Installationen zeigen. Sie hinterfragt das vertraute Narrativ über „Mutter Erde“ und motiviert zu einer sensiblen, eindringlichen Auseinandersetzung mit unserer Verantwortung gegenüber einer sich wandelnden Umwelt. Während ihres Aufenthalts wird sie sich intensiv mit der Natur rund um die Holzmühle auseinandersetzen und diese in ihre künstlerische Arbeit einbeziehen. Ihre Praxis zeichnet sich durch eine sensible Annäherung an organische Strukturen, Materialien und Prozesse aus. Dabei entstehen Arbeiten, die Beobachtung, Transformation und oft auch Vergänglichkeit thematisieren. Besucher:innen sind eingeladen, den Entstehungsprozess vor Ort mitzuerleben und mit der Künstlerin ins Gespräch zu kommen. Das Mobile Atelier wird so erneut zu einem lebendigen Ort der Begegnung, an dem Kunst nicht nur präsentiert, sondern unmittelbar erfahrbar wird.
Anton Gotzel
Lindenberg im Allgäu, Duo TonAn mit Paula Dischinger
Anton Gotzel studierte Architektur in Innsbruck und arbeitet an der Schnittstelle von Raum, Konstruktion und sozialem Miteinander. In partizipativen Projekten entwickelte er unter anderem modulare Bühnen, mobile Küchen und nachhaltige Rauminstallationen.
Stefan Hoffmann
Geigenbaumuseum Mittenwald
Der niederländisch-deutsche Künstler Stefan Hoffmann entwickelt hierfür ein ortsspezifisches Projekt mit vertikalem Siebdruck direkt auf Wänden und Glasfronten – thematisch steht dabei die Geige im Mittelpunkt. Inspirieren lässt er sich von lokalem Bildmaterial und ergänzt dies mit relevanten Motiven aus weiterführenden Recherchen sowie dem direkten Austausch mit den Geigenbauer:innen, die noch heute in Mittenwald aktiv sind. In den vergangenen 15 Jahren hat Stefan Hoffmann zahlreiche Projekte in Europa, Nordamerika und Asien umgesetzt. Nach seinem Studium der Bildenden Kunst an der Artez Akademie in Arnhem (Niederlande) und der Jan van Eyck Akademie in Maastricht (Niederlande) arbeitete er mit Institutionen wie dem Andy Warhol Museum, dem Museum of Contemporary Art Toronto (MOCA), der Kunsthal Rotterdam und dem Museum für Kunst, Architektur und Design (Marta Herford) zusammen. Für seine künstlerische Arbeit wählt er den Siebdruck auf Glas. Das besitzt für ihn etwas magisches.Nichts sei flüchtiger als dieser hauchdünne Farbfilm, den er anbringt. Nichts scheine unvergänglicher, als die in die Wand aufgenommene Farbe. Es gibt keine Zwischenschicht, keinen Abstand. Diese Direktheit lässt die künstlerische Arbeit mit dem Ort verschmelzen, mit dem hier und jetzt. Stefan Hoffmann führt seine Projekte führe nie in der abgeschlossen Welt des Atelier oder der Werkstatt aus, sondern immer in Mitten der Öffentlichkeit.
Johannes Jakobi
Gundelsheim
Johannes Jakobi ist künstlerischer Forscher mit Lebensmittelpunkt in Berlin. Zuletzt beschäftigte er sich 1) mit einer kritischen Sicherheitslücke in unserer Strominfastruktur, 2) mit der Thematik des Abstellens bzw. "Parkens" von Privateigentum im Stadtraum, sowie 3) mobilen Unterkünften von Obdachlosen. Er Meisterschüler an der Universität der Künste Berlin bei Prof. Thilo Heinzmann (Malerei mit Raumbezug) und Prof. Ursula Neugebauer (New Media und Konzeptkunst) sowie zwei Gastsemester an der Kunstakademie Düsseldorf bei Prof. Gregor Schneider (Raumexperimente). Seine Werke wurden bereits international ausgestellt, in Deutschland u.a. in der Neuen Nationalgalerie, dem Museum für Fotografie in Berlin, dem Kunstverein Marburg sowie dem E-Werk Luckenwalde.
Nica Junker
Cham
Die Saarländische Künstlerin Nica Junker widmet sich beim Mobilen Atelier zwar nicht dem Medium Film, sondern realisiert dort ein – nicht weniger spannendes – partizipatives Fotoprojekt. Nica Junker arbeitet als Künstlerin mit den Medien der Fotografie, des Films und der zeitbasierten Medien, als Hochschullehrende, innerhalb der Artistic Research und in der kulturellen Bildung. Ihr Schwerpunkt liegt in der intermedialen und partizipativen Fotografie. In Zusammenarbeit mit Städten und Kommunen arbeitet sie gestalterisch-forschend zur Beziehung Mensch zum Stadtraum, wie zuletzt im August 2023 in Weißwasser (Oberlausitz).
Hanna Kuster
Holzhausen am Ammersee, als Duo mit Lara Werth
Hanna Kuster (*1996 in Wuppertal) studierte von 2015 bis 2022 Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf bei Siegfried Anzinger und Tomma Abts. Seit ihrem Abschluss arbeitet sie als freischaffende Künstlerin und Kunstvermittlerin für Kinder, Jugendliche und Erwachsene in und um Düsseldorf. Sie findet ihre Inspirationen vor allem im zwischenmenschlichen Kontakt. Gespräche mit Freund:innen, romantische Beziehungen, Musik, Theater oder Kindheitserinnerungen sowie Literatur formt Sie entweder auf ihren Bildern zu malerischen Collagen oder (er)findet Motive, die entsprechenden Gefühle und Erinnerungen verschlüsselt darstellen. Ihre großformatigen Papierarbeiten, Stapel von Zeichnungen, Malereien und Skizzen bilden eine dichte Bildwelt aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Bildobjekten mit persönlichen Bezügen.
Hans Lankes
Günzburg
Hans Lankes wurde 1961 im niederbayerischen Bogen geboren und begann 1978 mit seiner künstlerischen Arbeit. Ab 1980 arbeitete er im Bildhauer-Atelier von Hans Rieser in Straubing sowie in der Bronze-Kunstgießerei Gugg Straubing. Ein Einbruch 1993, bei dem sein Atelier komplett zerstört wurde, führte zum Verlust seines gesamten Werks und zum vorläufigen Ende seiner künstlerischen Tätigkeit. Nach einer langen Schaffenspause fand Lankes 2009 zu seiner Kunst zurück und widmet sich seither neuen künstlerischen Ausdrucksformen wie Messerschnitt, Skulptur und Installation. Seine Werke sind in zahlreichen Sammlungen in Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Monaco und den USA vertreten. Kunstinteressierte konnten sich bei renommierten Einzelausstellungen im In- und Ausland von den faszinierenden Arbeiten überzeugen, die in Eilsbrunn bei Regensburg entstehen.
Severin Benedikt Pfaud
Hemau
Severin Benedikt Pfaud ist ausgebildeter Fotograf und Keramiker und hält einen Master of Arts in Plastische Konzeptionen/Keramik. Neben seiner eigenen künstlerischen Arbeit leitet er die Werkstatt der Abteilung Plastische Konzeptionen/Keramik an der Kunstuniversität für künstlerische und industrielle Gestaltung in Linz. Inspiration findet er durch die Beobachtung der Welt um sich herum: die Schönheit der Natur, die Dynamik der Gesellschaft oder die Bande zwischen Menschen.
Lea Radatz
Holzmühle, Remlingen
Die österreichische Künstlerin Lea Radatz eröffnet durch ihre künstlerische Arbeit Einblick in ihr besonderes Interesse am Alltäglichen. Ausgehend von sozio-politischen Themen und gegenwärtigen Diskursen der Ökologie entwickelt Lea Radatz konzeptionelle Ideen, die wissenschaftliche Theorien und eigene Beobachtungen von Normen, Haltungen und gängigen Verhaltensweisen in der Gesellschaft zusammenbringen. Sie greift auf das assoziative Verhalten des Menschen zurück und nutzt Gerüche oder Klänge, um Emotionen hervorzurufen. In ihrer Arbeit ist die Sinneswahrnehmung, insbesondere der Bezug zur Erinnerung, sowohl Inspirationsquelle als auch Ausdrucksform. Lea Radatz, geboren 1999, studierte im Bachelor Experimentelle Gestaltung an der Hochschule Hannover und lebt und wirkt heute an Ausstellungen und Projekten in Wien und Umgebung sowie in ihrer Heimat im Burgenland mit.
Silke Schwab-Krüger
Nesselwang
Silke Schwab-Krüger bezeichnet sich selbst als Holzschneiderin, arbeitet sie bevorzugt doch mit Holzschnitten. Neben ihrer Arbeit als Künstlerin ist sie Kunsterzieherin am Peutinger-Gymnasium Ellwangen, Kuratorin des Kunstverein Ellwangen Schloß ob. Ellwangen und Gründungsmitglied des Aalener Künstlerkollektives. Sie studierte von 2001-2007 Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und zeitgleich Anglistik/Amerikanistik an der Universität Stuttgart. In den letzten Jahren war die vielseitige Künstlerin Stipendiatin der Landesstiftung Baden-Württemberg mit Auslandsaufenthalten in Kanada, Südafrika und Großbritannien. Sie ist Preisträgerin des GVS-Förderpreis und Gründung des Off-Spaces „Interventionsraum e.V.“ in Stuttgart. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt.
Lara Werth
Holzhausen am Ammersee, als Duo mit Lara Küster
In den Arbeiten von Lara Werth (*1996 in Bonn) offenbaren sich dystopische, imaginäre, futuristisch und doch merkwürdig bekannte Welten, die Lara Werth in ihren Wimmelbild-artigen Schauplätzen miteinander vereint. Ihre großformatigen Papierarbeiten laden zum Verweilen, Suchen und Finden aber auch zum Weiterdenken ein. Lara Werth wurde 1996 in Bonn geboren und schloss im Juli 2024 ihr Studium an der Kunstakademie Düsseldorf ab. Sie lebt und arbeitet in Düsseldorf.
Jiaying Wu
Das Mobile Atelier zu Gast in Waldsassen
Jiaying Wu studierte Visuelle Kommunikation, Public Art Design und Kunst in China und an der Universität der Künste Berlin. Sie arbeitet als Künstlerin und Poetin in Berlin. Ihre ortsspezifischen Werke fördern den Austausch zwischen Menschen und Natur und fokussieren sich auf Sehen, Erfahren, Wahrnehmen und Ausdrücken. Mit ihrem künstlerischen Schaffen schlägt Jiaying Wu auch eine Brücke zwischen Kulturen und verbindet ihre chinesischen Wurzeln mit ihrer Arbeit im europäischen Kontext. Während ihres Aufenthalts werden ihre Werke in der Ausstellung “Wasserimpressionen - Dialog zwischen Mensch und Natur” im Kunsthaus Waldsassen zu sehen sein.
Andrea Ziegler
Andrea Ziegler wurde in Weiden i.d.OPf. geboren, studierte an der HAW Hamburg und arbeitet seit 2020 als bildende Künstlerin. Das Aufwachsen direkt an der tschechischen Grenze prägte ihre künstlerische Haltung: Fragen nach Grenzen und Globalisierung, Zugehörigkeit und Identität bilden einen wiederkehrenden Ausgangspunkt. Seit 2009 arbeitet sie ausschließlich textil und nutzt die Nähmaschine als Zeicheninstrument. Freihändiges Sticken auf Stoff macht Vorder- und Rückseite gleichermaßen sichtbar, jede Arbeit ist automatisch zweiseitig angelegt und eröffnet so mindestens eine zweite Perspektive. Ein Schwerpunkt liegt auf künstlerischen Ortsforschungen. Sie erkundet Orte durch Gespräche und Beobachtungen. Daraus entstehen subjektive Kartographien, genähte Bewegungsprofile und textile Pläne, die gesellschaftliche Dynamiken im Kleinen sichtbar machen und fragen, wie Menschen sich im öffentlichen Raum und in ihrem Umfeld verorten und sich als aktive Beteiligte verstehen. Sie entwickelt Serien, performative Formate und digital-analoge Experimente, die sich mit Wahrnehmung, Manipulation und dem brüchigen Vertrauen in Wirklichkeit im Spannungsfeld menschlicher Arbeit und neuer Technologien beschäftigen. Alle Arbeiten verbindet eine gesellschaftliche Dimension: Sie verstehen Kunst als Kommunikationsraum und als Möglichkeit, sich in einer komplexen, fragilen Gegenwart zu orientieren. Die Projekte sind so angelegt, dass sie Diskussionsraum und Austausch ermöglichen und unterschiedliche Zugänge eröffnen.