Stockheim im Frankenwald
Als letzte Station des Jahres zieht es Das Mobile Atelier Anfang Oktober ganz in den Norden Bayerns, nach Stockhausen im Frankenwald. Im neugegründeten Kultur- und Begegnungszentrum Die Rentei steht im Dachgeschoss ein geräumiges, lichtdurchflutetes Atelier zur Verfügung. Der Nürnberger Künstler Philipp-Emanuel Eyrich beschäftigt sich dort mit der bewegten Bergbaugeschichte des Ortes und mit der Natur der Mittelgebirgslandschaft sowie dem charakteristischen Wald. Denn als 1968 Bergleute das letzte Mal das schwarze Gold zutage förderten, endete eine fast vier Jahrhunderte dauernde Tradition und bis heute sind die Spuren des Kohleabbaus in vielfältiger Weise präsent. Nicht zuletzt in der Rentei, dem ehemaligen Verwaltungsgebäude der Zeche.
Philipp-Emanuel Eyrich
Philipp-Emanuel Eyrich verbrachte die ersten acht Jahre seines Lebens in Fürth Oberfürberg, wo er von der Natur und einem angrenzenden Wald geprägt wurde. In seiner Kindheit erlebte er in einem kleinen Dorf mit nur sechs Häusern Freiheit und dörfliches Leben. Diese frühen Erfahrungen prägten nachhaltig seine Verbundenheit mit der Natur und seine Achtung für den Planeten. Nach dem Umzug seiner Familie ins städtische Umfeld Nürnbergs mit neun Jahren, entfaltete sich Eyrich kreativ inmitten eines Freundeskreises, der die städtische Umgebung als Spielfeld nutzte. Ein Weltreise brachte Eyrich schließlich zur Bildhauerei und an die Nürnberger Akademie. Seine Kunstwerke reflektieren die Verbindungen zwischen Menschen, ihre Beziehung zum Planeten und ihre gegenseitigen Interaktionen. Dabei nimmt er Fragen des Gewissens auf und setzt sich mit Haltungen und ethischen Thesen auseinander, impliziert Ideen von Immanuel Kant in zeitgenössische Diskurse und hinterfragt durch seine Skulpturen und Installationen die Gestaltung unserer Umwelt und deren Einfluss auf unser Verhalten.
Fragen an…
Philipp-Emanuel Eyrich zum Mobilen Atelier in stockheim
Inwiefern nahm Stockheim Einfluss auf deine künstlerische Arbeit oder anders gefragt: Was hat dich inspiriert?
Stockheim hat mich in dieser kurzen Zeit sehr beeinflusst, insbesondere die Nähe zur Natur und die örtliche Geschichte haben mich inspiriert. Es sind vor allen Dingen spontane Arbeiten entstanden, für die es zuvor kein Konzept gab. An den Ausstellungstagen war ein großer Austausch.
Was ist das Besondere für dich an der Arbeit bei Das Mobile Atelier?
Das Mobile Atelier ist ein Ort des Austausches, ein Ort, an dem man suchen gehen kann, ein Expeditionsmobil für Gesellschaft und Natur. Mir hat es besonders gefallen, dass ich neue Orte und Menschen kennengelernt habe, aber auch einen Raum zum Arbeiten hatte, an dem ich nicht abgelenkt wurde und so mit dem Ort in Verbindung treten konnte.
Welche Arbeiten sind während deines Aufenthaltes bei Das Mobile Atelier entstanden?
Es sind mehrere Arbeiten entstanden, die sich mit dem gesellschaftlichen Befinden auseinandersetzen und den Menschen die Möglichkeiten geben, sich zu erweitern und sich anzunähern – dazu zählen Arbeiten mit der Kohlemühle, in der Natur und Installationen mit Malerei.