Nesselwang

Umgeben von der Allgäuer Alpenlandschaft verwandelt die Künstlerin Silke Schwab-Krüger vom 30. April bis 07. Juni 2025 das ehemalige Uhrengeschäft Geiselmann in der Nesselwanger Innenstadt in ein Atelier auf Zeit. Die urigen Räumlichkeiten bestehen aus dem einstigen Verkaufsraum und der Werkstatt. Relikte wie der Tresen, Vitrinen und übriggebliebene Uhren verweisen äußerst charmant auf die Vergangenheit. Das dominierende Holz der Wandverkleidung im Laden findet sich auch in den Arbeiten der Künstlerin wider: Im Zentrum ihres künstlerischen Schaffens stehen Druckgrafik und Mixed Media, sie selbst bezeichnet sich als Holzschneiderin, arbeitet sie doch bevorzugt mit Holzschnitten. Die im Rahmen des Mobilen Ateliers entstandenen Arbeiten werden Teil der Ausstellung des Nesselwanger Künstlers Martin Käser (28.-30.5.) in den Räumen des ehemaligen Lebensmittelladens.   

 
 

Silke Schwab-Krüger

Silke Schwab-Krüger bezeichnet sich selbst als Holzschneiderin, arbeitet sie bevorzugt doch mit Holzschnitten. Neben ihrer Arbeit als Künstlerin ist sie Kunsterzieherin am Peutinger-Gymnasium Ellwangen, Kuratorin des Kunstverein Ellwangen Schloß ob. Ellwangen und Gründungsmitglied des Aalener Künstlerkollektives. Sie studierte von 2001-2007 Kunst an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart und zeitgleich Anglistik/Amerikanistik an der Universität Stuttgart. In den letzten Jahren war die vielseitige Künstlerin Stipendiatin der Landesstiftung Baden-Württemberg mit Auslandsaufenthalten in Kanada, Südafrika und Großbritannien. Sie ist Preisträgerin des GVS-Förderpreis und Gründung des Off-Spaces „Interventionsraum e.V.“  in Stuttgart. Ihre Arbeiten wurden in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt.

 

Fragen an…

Silke Schwab-Krüger zum Mobilen Atelier in nesselwang

Was ist das Besondere für dich an der Arbeit bei Das Mobile Atelier?

Mein Mobiles Atelier erzählte eine intensive Geschichte von alter Handwerkskunst. Diese galt es aufzunehmen aber auch zu hinterfragen, gekonnt ihm etwas Zeitgenössisches entgegenzusetzen. Die Verbindung dieser Gegensätze von alt und neu, von bekannten Techniken und unbekannten Themen und Herausforderungen war äußerst bereichernd. Als „Paradiesvogel“ (tatsächliche Bezeichnung für Künstler:innen) innerhalb der Bevölkerung zu wirken war herausfordernd und besonders reizend zugleich: kurze Wege, persönliche Kontakte und direkte Begegnungen ermöglichen durch Kunst Perspektiven zu ändern und positive Werte zu schaffen.

Inwiefern nahm Nesselwang Ein􏰀uss auf deine künstlerische Arbeit oder anders gefragt: Was hat dich inspiriert?

Besonders ist der Ort, die Umgebung, aber auch die Raumsituation im Atelier, die inspiriert und die künstlerische Arbeit prägt. So entstehen ortsspezifische Konzepte und Werke, die nur in diesem „Hier und Jetzt“ so möglich sind: Besonders inspiriert hat mich das Holz der Umgebung in Form von Wäldern, Schindeln, Schnitzereien zu neuen Holzschnitten, aber auch die Ausblicke in die sanfte Hügellandschaft, die Natur und frühlingshafte Naturmaterialien zu Monotypien mit großen Gelplatten. Zum ersten Mal seit Langem landete ich wieder im Querformat, im „Landschaftsformat“.

Was begeistert dich am Beruf der Künstlerin?

Ich denke mit den Händen. Um meine Umwelt und deren Besonderheiten wahrnehmen zu können, liegt mir die Kunst am nächsten: Ich verarbeite das sinnlich Erfahrene und zeitgleich teile ich es mit. Innerhalb des Arbeitsprozesses und des Experiments überraschen mich meine Werke häufig selbst. Diese Faszination versuche ich zu verstärken bzw. zu erhalten, spiegelt sich darin doch die Energie der Veränderung.

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