Günzburg
Das mobile Ateliermodul startet 2025 in Günzburg. Es wird dort vom 7. Mai bis 29. Juni 2025 auf dem Turnierplatz in direkt Nachbarschaft zum Heimatmuseum seinen Platz finden. Das historischen Museumsgebäude aus dem 18. Jahrhundert bietet gemeinsam mit dem Unteren Torturm und der alten Stadtmauer eine großartige Kulisse. Der Künstler Hans Lankes wird in dieser traditionsreichen Umgebung im Atelier zeitgenössische Kunst schaffen und mit seinen filigranen Papierwerken die Günzburger:innen begeistern. In Form seiner charakteristischen Technik des Messerschnitts setzt er sich thematisch mit der Architektur Günzburgs auseinander. Sein Aufenthalt beim Mobilen Atelier wird begleitet von einer Ausstellung im Heimatmuseum Günzburg, wo man sich von seiner künstlerischen Arbeit überzeugen kann. Es bieten sich zahlreiche Gelegenheiten, bei denen Hans Lankes selbst durch die Ausstellung führt.
„Für acht Wochen hat Das Mobile Atelier als ‚neuer Ort‘ zeitgenössische Kunst zugänglich und greifbar gemacht. Mit der Arbeit von Hans Lankes ist es gelungen, die Magie zu transportieren, wie aus einfachen Ausgangsmaterialien Kunst entstehen kann. Besonders gerne denke ich daran zurück, wie schnell das Atelier mit Hans Lankes Teil des Lebens im Günzburger Turniergarten wurde und eigentlich immer Besucher:innen da waren, egal ob interessiert, irritiert oder einfach nur neugierig. Wir hätten das Atelier gerne noch behalten!“
Dr. Rahael Gerhardt, Museumsleiter Heimatmuseum Günzburg und stv. Kulturamtsleiter der Stadt Günzburg
Hans Lankes
Hans Lankes wurde 1961 im niederbayerischen Bogen geboren und begann 1978 mit seiner künstlerischen Arbeit. Ab 1980 arbeitete er im Bildhauer-Atelier von Hans Rieser in Straubing sowie in der Bronze-Kunstgießerei Gugg Straubing. Ein Einbruch 1993, bei dem sein Atelier komplett zerstört wurde, führte zum Verlust seines gesamten Werks und zum vorläufigen Ende seiner künstlerischen Tätigkeit. Nach einer langen Schaffenspause fand Lankes 2009 zu seiner Kunst zurück und widmet sich seither neuen künstlerischen Ausdrucksformen wie Messerschnitt, Skulptur und Installation. Seine Werke sind in zahlreichen Sammlungen in Deutschland, Österreich, Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Monaco und den USA vertreten. Kunstinteressierte konnten sich bei renommierten Einzelausstellungen im In- und Ausland von den faszinierenden Arbeiten überzeugen, die in Eilsbrunn bei Regensburg entstehen.
Fragen an…
Hans lankes zum Mobilen Atelier in Günzburg
Was ist das Besondere für dich an der Arbeit bei Das Mobile Atelier?
Das Besondere ist der permanente Kontakt mit Besucher:innen. Ich habe in zwei Monaten mehr gesprochen, als sonst in einem halben Jahr. Nicht wenige standen vor der Ateliertür und fragten, „Dürfen wir Sie stören?“. Ich konnte antworten „Ich bin dazu da, dass Sie mich stören. Ich freue mich. Kommen Sie rein.“
Inwiefern nahm Günzburg Einfluss auf deine künstlerische Arbeit oder anders gefragt: Was hat dich inspiriert?
Leben und arbeiten im Zentrum der Stadt. Der tägliche Weg von der Wohnung zum Atelier und zurück. Diese Bewegung. Der Marktplatz als „Schleuse“. Die Giebel-Landschaft rund um den Markplatz.
Was ist Deine persönliche Erfahrung oder Vision, was die gesellschaftliche Relevanz von Kunsterfahrung betrifft?
Geschätzt 95 % der Bevölkerung interessiert sich null für Kunst, außer es geht um Event- und Blockbuster-Ausstellungen oder Skandale. Das ist so, das weiß man, das macht auch nichts, denn, ohne dass die meisten es merken, hat die Kunst eine deutliche Wirkung auf das Klima in der Gesellschaft. Allerdings geht es bei Kunst um Wertigkeit, nicht um Sozialpädagogik. Bei den Gesprächen mit den Besucher:innen im Mobilen Atelier war z. B. leicht zu erkennen, wer wirklich Interesse hat oder wer sich gerade langweilt und nicht weiß, wo er/sie hin soll. Wie großartig Kunst auf Menschen (die sich wirklich interessieren) wirken kann und wie (in vielerlei Hinsicht) befreiend sie sein kann, erlebe ich regelmäßig. Das zeigen auch immer wieder Workshops und Ausstellungsgespräche mit Kindern. Zuerst sind sie unsicher, fragen, was sie tun und denken sollen. Wenn ich ihnen erkläre, dass sie nichts müssen und frei sein dürfen, explodierten die Ideen und Gedanken und frischer Wind wehte durch die Köpfe und den Raum.