Younsik Kim
Foto: Yegyu Shin.
Atelierpreis
Younsik Kim (*1992 in Seoul) lebt in München. Er studierte an der AdBK München als Meisterschüler von Alexandra Bircken. Er setzt sich kritisch mit der zunehmenden Digitalisierung von Skulpturen auseinander und beobachtet die damit einhergehende Verschiebung der Hegemonie zwischen dem digitalen Bild und der physischen Skulptur. Durch die Kombination von harten, semi-permanenten Materialien wie Keramik und Metall mit mechanischen Bewegungsabläufen stellt er sich dem „physischen Tod der Skulptur“ und beweist die fortwährende Relevanz ihrer Materialität.
Beschreibe dein Atelier in drei Wörtern!
Werkstatt, Labor, Welt der Materie.
Welche Atmosphäre magst du in deinem Atelier?
Ich mag die Atmosphäre, wenn ich mitten in der Produktion stecke und die Maschinen laufen. Diese Dynamik gibt mir die Energie, die ich brauche, um meine Arbeit voranzutreiben.
Welche Aspekte deiner Arbeit sind über Jahre hinweg konstant geblieben?
Ich möchte über den Wert physischer Realität sprechen, der sich paradoxerweise gerade in einer zunehmend digitalen Welt behauptet. An der Schnittstelle von Technik und Materie möchte ich Diskurse darüber anstoßen, wie wir die verlorenen sinnlichen Erfahrungen wiederfinden können.
Was musstest du als Künstler verlernen?
Ich musste die Vorstellung von einem „stabilen“ Lebensweg ablegen, wie er gesellschaftlich oft erwartet wird. Ich halte es für notwendig, die Unsicherheit auszuhalten und sich jeden Moment neu mit der Arbeit auseinanderzusetzen. Die Realität ist zwar oft schwierig, doch Kompromisse einzugehen, führt meiner Erfahrung nach meist zu unehrlichen Ergebnissen.
Welche Wünsche oder Vorstellungen hast du für die Zukunft der Kunst bzw. der Kunstwelt?
Ich wünsche mir, dass Kunst nicht zu einem reinen Industriebestandteil verkommt, sondern dass die menschliche Tiefe, Empathie und das Verständnis, die in der Kunst liegen, wieder stärker in den Fokus rücken – unabhängig vom technischen Fortschritt.
0g Filed with 12philars, 2026. Foto: Younsik Kim.