Tomoe Hikita

Foto: Annette Kradisch.

Tomoe Hikita (*1985 in Japan) lebt in Nürnberg. Von 2015 bis 2022 studierte sie Freie Malerei bei Prof. Susanne Kühn an der AdBK Nürnberg. Hikitas Werke strahlen keine überbordende, lebhafte Atmosphäre aus, sondern sind ruhig und vermitteln dennoch eine ungezwungene Lebenskraft. Sie wurde mit dem Debütant:innenpreis (2022) und dem Stipendium der Karin Abt-Straubinger Stiftung in Stuttgart (2025) ausgezeichnet und ihre Arbeiten wurden u.a. im Kunstverein Nürnberg – Albrecht-Dürer-Gesellschaft, der z2o Gallery in Rom und der Oechsner Galerie in Nürnberg ausgestellt.


Was machst du als erstes, wenn du in dein Atelier kommst?
Wenn ich im Atelier ankomme, nehme ich zuerst die Atmosphäre des aktuellen Wetters in mich auf, dann mache ich mir einen Kaffee und ziehe meine Arbeitskleidung an. Dabei überlege ich, wie und ob ich die Arbeit vom letzten Mal fortsetzen oder vielleicht ein neues Projekt beginnen soll.

Was oder wen möchtest du mit deiner Kunst erreichen?
Einmal sagte mir ein Betrachter: „Ich habe das Gefühl, dass es in deinen Arbeiten einen Ort gibt, der für uns ist.“ Diese Worte haben mich sehr gefreut und sind mir tief im Gedächtnis geblieben. Meine Kunst braucht nicht universell zu sein – ich hoffe, dass ich jemandem nahe sein und seinen Platz ein wenig erhellen oder auf subtile Weise mit Farbe erfüllen kann.

Welche Kompromisse würdest du eingehen und wo ziehst du Grenzen?
Meine Werke sind nicht besonders gesellschaftskritisch, doch lasse ich mich von verschiedenen Aspekten der Welt um mich herum inspirieren. In der heutigen Zeit, in der die Informationsvermittlung so weit fortgeschritten ist, kann es vorkommen, dass die Arbeiten, an denen ich gerade arbeite, zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung bereits veraltet sind. Doch ich bin Künstlerin, nicht Journalistin. Auch wenn ich manchmal ungeduldig bin oder mir Sorgen mache, ob meine Werke Anklang finden werden, ist es doch das Wichtigste, das von mir gewählte Thema in aller Ruhe und auf originelle Weise zum Ausdruck zu bringen.

Einzelausstellung ”Wir schamlosen Geschöpfe”, 2026. Foto: Annette Kradisch.

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