Markus Hoffmann

Foto: Studio Markus Hoffmann.

Atelierpreis

Hoffmann studierte Bildende Kunst an der UdK Berlin und war Meisterschüler von Olafur Eliasson. Sein Atelier im Höpfl-Gut im Bayerischen Wald ist selbst Bestandteil seiner Praxis. Die Transformation dieses Ortes bildet den Resonanzraum seiner Arbeit, in dem Landschaft, Architektur, Material und Zeit miteinander in Beziehung treten. Sein Werk umfasst Skulptur, Malerei, konzeptuelle Fotografie, Land Art, Installationen und Kunst-am-Bau Projekte. Seine Arbeiten eröffnen Denk- und Erfahrungsräume, in denen sich unser Verständnis von Zeit, Material und Wirklichkeit verschiebt.


Was hält dein Atelier für dich bereit?
Mein Atelier ist kein neutraler Arbeitsraum, sondern Teil meiner künstlerischen Praxis. Ich verstehe es als einen lebenden Organismus. Gebäude, Garten, Landschaft und Arbeiten verändern sich über lange Zeit miteinander. Ideen wachsen dort nicht isoliert, sondern aus Beziehungen zwischen Materialien, Erinnerungen, Experimenten und Orten. In diesem Sinn ist das Atelier selbst Teil des Werkes.

Welche Gespräche oder Diskurse möchtest du mit deiner Arbeit anregen?
Ich möchte weniger Antworten geben als Fragen verschieben. Mich interessiert, wie sich unser Denken verändert, wenn wir uns nicht länger als Mittelpunkt der Welt verstehen, sondern als Teil eines vielschichtigen Geflechts menschlicher und nichtmenschlicher Beziehungen. In diesem Zusammenhang beschäftigt mich auch Donna Haraways Vorstellung des Chthuluzäns – weniger als Utopie denn als Einladung, Beziehungen neu zu denken.

Welchen Herausforderungen begegnest du als Künstler?
Die größte Herausforderung besteht darin, einer langfristigen künstlerischen Fragestellung in einem experimentellen Prozess treu zu bleiben. In einer Zeit, die ständig nach Neuem verlangt, stelle ich mich der Aufgabe, eine Tiefendimension – eine Tiefenbohrung – zu entwickeln, anstatt auf oberflächliche Neuheiten zu reagieren. Ebenso ist es eine Herausforderung, finanzielle Anforderungen nicht zum Maßstab meiner Arbeit werden zu lassen und den experimentellen Ansatz nicht durch ökonomische Zwänge korrumpieren zu lassen.

Double Sandard Time, Fortuna Rotundae. Foto: Kerstin Gruber, Studio Markus Hoffmann.

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