Sandra Sing

Foto: Francesco Giordano.

Atelierpreis

Sandra Singh (*1990 in München) ist bildende Künstlerin, Fotografin und Kuratorin. In ihrer künstlerischen Praxis arbeitet Singh an der Schnittstelle von Fotografie, Druckgrafik, Medien- und Videokunst. Ihr Fokus liegt auf Projekten und Recherchen zu Themen der Grenzpolitik, weibliche Autonomie und migrantische Identität. Sie erhielt zahlreiche Preise und Stipendien, unter anderem den Feministischen Kunstpreis des IKOB Museums für zeitgenössische Kunst (BL, 2025) und das Künstler:innen Stipendium der Stadt München (2024).


Benenne deine liebsten Gegenstände in deinem Atelier!
Kein Gegenstand, sondern etwas Lebendiges: Der wilde Wein, der seit Jahren langsam unser Atelier umwächst und inzwischen fast verschlingt. Er hält das Atelier im Sommer wunderbar kühl, würde uns aber komplett verschlucken, wenn wir nicht hin und wieder beherzt mit der Gartenschere eingreifen würden.

Was hält dein Atelier für dich bereit?
Mein Atelier sehe ich als verlässlichen Schutzraum und auch als Grenze zwischen dem Privat- und Arbeitsleben. Die räumliche Distanz wird so auch zu einer Inneren und fördert meine psychische Resilienz, Unabhängigkeit sowie Objektivität im Umgang mit schwierigen politischen und gesellschaftlichen Inhalten, die ich in meiner Kunst bearbeite.

Welche Aspekte deiner Arbeit sind über Jahre hinweg konstant geblieben?
Meine Arbeit hat immer einen aktivistischen und investigativen Kern, was mir früher unbewusst war. Heute nutze ich diese Aspekte gezielt, um neue Projekte zu entwickeln.

Was begeistert dich am Beruf der Künstlerin?
Die Freiheit, meinen Arbeitsalltag so flexibel wie möglich zu gestalten und die Möglichkeit, Themen zu recherchieren und in meiner Arbeit zu behandeln, die ich für relevant halte.

Was musstest du als Künstlerin verlernen?
Dass Produktivität nicht mit Arbeitszeit gleichzusetzen ist. Dass Nichtstun eine großartige künstlerische Ressource sein kann.

Man spricht Deutsch, 2023, Videoinstallation. Foto: Francesco Giordano.

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