Sandra Bejarano

Foto: Benjamin Kis.

Atelierpreis

Sandra Bejarano (*1991 in Madrid) ist eine spanische Künstlerin, die in München lebt und arbeitet. Ihr künstlerisches Schaffen konzentriert sich auf Performance und Installation. Sie studierte Bildende Kunst an der UCM Madrid und Bildhauerei an der AdBK München bei Prof. Olaf Metzel. 2018 erhielt sie den Kulturpreis Bayern. Ihre Arbeiten wurden in Deutschland, Österreich, Italien, Portugal und Spanien gezeigt. Der BR widmete ihr einen Dokumentarfilm. 2026 nimmt sie an der Residenz DOM Art Residence in Venedig im Rahmen der Biennale teil.


Was bedeutet dein Atelier für dich?
Es ist mein Experimentierlabor, der Ort, an dem ich den nötigen Raum finde, um mich zu konzentrieren und Ideen Gestalt werden zu lassen. Gleichzeitig ist es der Ort, an dem ich all meine Arbeiten archiviere und aufbewahre.

Ist dein Atelier auch ein Sozialraum?
Es ist ein Ort der Begegnung mit anderen Künstler:innen, Kurator:innen und Vertreter:innen von Institutionen. Außerdem finden Tage der offenen Ateliers statt, an denen jede:r den Arbeitsraum besuchen und die neuesten Werke sehen kann. Ich nutze mein Atelier, um Interviews zu führen, wenn ich mich in der Recherchephase eines Projekts befinde, oder ich lade Kreative aus anderen Disziplinen ein, etwa Musiker:innen, um Abende zu veranstalten, an denen sie ihre Musik live teilen.

Würdest du, wenn du noch einmal ganz von vorne anfangen könntest, wieder Künstlerin werden?
Absolut. Ich halte es für ein grundlegendes politisches Instrument der Selbstbehauptung, um unbequeme, aber notwendige Themen auf den Tisch zu bringen.

Welche Gespräche oder Diskurse möchtest du mit deiner Arbeit anregen?
Meine Arbeit reflektiert über die Scham und die Stigmata, die Körperlichkeit, Sexualität und Geschlecht in der zeitgenössischen westlichen Kultur, und stellt die Tabus infrage, die bestimmen, welche Körper und Substanzen sichtbar sein dürfen und welche nicht. Sie reflektiert ebenso über neue Formen der Mutterschaft in einer kapitalistischen Gesellschaft und hinterfragt, wie Technologie und Markt unsere intimsten und persönlichsten Entscheidungen beeinflussen, wobei sie die Souveränität über unseren Körper einfordert.

round arch window. Foto: Benjamin Kis.

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