Nicola Kötterl
Foto: Milena Wojhan.
Atelierpreis
Nicola Kötterl studierte zeitgenössischen Tanz und Choreografie in Berlin und Amsterdam sowie Bildende Kunst an der AdBK München. Ihre Praxis verbindet choreografische und installative Arbeitsweisen mit Video und Performance. Sie untersucht, wie Körperbilder konstruiert, verkörpert und reproduziert werden, und nutzt Choreografie als analytisches Werkzeug, um deren soziale, historische und politische Bedeutungen zu befragen.
Welche Atmosphäre magst du in deinem Atelier?
Ich mag das Gefühl, ein Stück weit von der Außenwelt abgekapselt zu sein und in einen eigenen Kosmos einzutauchen. Dazu gehören auch kleine Dinge: das Licht, die Ruhe, eine gewisse Ordnung im Material und die Möglichkeit, mich körperlich und gedanklich auf eine Arbeit einzulassen.
Was machst du als erstes, wenn du in dein Atelier kommst?
Ich koche mir zuerst eine große Kanne grünen Tee und versuche, im Körper anzukommen. Das kann bedeuten, einfach auf dem Boden zu liegen, mich körperlich aufzuwärmen oder in eine freie Bewegungsimprovisation im Raum zu gehen. Das erdet mich, hilft mir, mich zu konzentrieren und in meine Arbeit hineinzufinden.
Welche Aspekte deiner Arbeit sind über Jahre hinweg konstant geblieben?
Körper. Der Körper als Bild, als Material, als Speicher von Geschichte und als politischer Ort. Die Formen haben sich verändert – Performance, Video, Installation, Raum –, aber die Frage, wie Körper gelesen, geformt und codiert werden, ist geblieben.
Woher kommt deine Motivation, Kunst zu machen?
Auch wenn es vielleicht naiv klingt, kommt meine Motivation aus einem politischen Bedürfnis. Ich glaube daran, dass Kunst Wahrnehmung verändern kann, nicht indem sie eindeutige Antworten gibt, sondern indem sie Fragen stellt und Themen auf körperliche, räumliche und emotionale Weise erfahrbar macht.
Gestus, Performance mit Live-Musikensemble. Foto: Pablo Lauf.