Katrin Bittl
Foto: abm inclumedia.
Atelierpreis
Katrin Bittl studierte an der AdBK München. In Malerei und Videoperformances dekonstruiert sie Körper- und Handlungsnormen und wirft im Zusammenspiel von Körper, Maschine und Natur, Fragen über Fürsorge und Produktivität auf. Ihre Videos wurden u.a. im HAU Hebbel am Ufer in Berlin, Vivo Kanada sowie dem Loop City Screen Festival in Barcelona gezeigt. Für ihre Arbeit erhielt sie den Diplompreis des Akademievereins, das Stipendium für Bildende Kunst der Landeshauptstadt München und das PIK Mentoring Programm für disabled leadership von der Kulturstiftung des Bundes.
Welche Atmosphäre magst du in deinem Atelier?
Wenn ich an meinen Arbeitstisch komme, dann werde ich regelrecht aufgesaugt von meinen Ideen und Gedanken, die überall im Außen entstanden sind und darauf warten sortiert zu werden. Dann wird es stundenlang sehr ruhig. Hier und da schaue ich aus dem großen Fenster in den Garten und lasse den Blick schweifen.
Was macht für dich der ideale Ort zum Kreativsein aus?
Ich muss für mich sein und eine hohe Konzentration aufbauen können, in der in kurzer Zeit oft sehr viel passiert. Danach braucht es den Austausch mit anderen, Ruhe und Entspannung. Dies beschreibt zwar keinen Ort, aber einen wichtigen Zyklus.
Woher kommt deine Motivation, Kunst zu machen?
Als Künstlerin verfolge ich das Ziel, gewohnte Erwartungshaltungen oder Stereotype zu irritieren und aufzubrechen. Dazu gehört für mich die Freiheit, die Blicke von Betrachter:innen umzukehren und ihre Richtung neu zu bestimmen. So wird meine Kunst zu einem Prozess der Autonomie und eine Quelle für neue Perspektiven und Austausch. Manche erfahren durch meine Kunst eine Stärkung ihrer Sichtbarkeit, andere begegnen ihr mit Ablehnung. Beide Reaktionen interessieren mich, da sie auf gesellschaftliche Strukturen, Normen und Grenzen verweisen, die unser gegenwärtiges Zusammenleben prägen.
Die liebsten Gegenstände in deinem Atelier?
Meine Efeutute, die sich über die Decke schlängelt. Mein Computer, auf dem sich alles tummelt, und meine Lieblingstasse mit Kaffee.
Oben: o. A.. Foto: Gerald von Foris.