Das Mobile Atelier goes Euregio Inntal
Großartige Nachrichten für Das Mobile Atelier: Das beliebte Programm des BBK Bayerns kann sich gleich über zwei Interreg Förderungen freuen. Dank einer Zusage für das Interreg-Mittelprojekt „(Grenz)Räume beleben. Leerstände als Orte der Begegnung“ zieht es Das Mobile Atelier im kommenden Jahr in die Region der Euregio Inntal. Das sind die Lankreise Rosenheim und Traunstein auf bayerischer Seite und die Bezirke Kitzbühel und Kufstein in Tirol. Gemeinsam mit dem Tiroler Projektpartner Regionalmanagement regio3 Bezirk Kitzbühel werden leerstehende Geschäftslokale auf bayerischer und Tiroler Seite des Inntals zu temporären Ateliers und offenen Begegnungsorten. Den Start markiert eine grenzüberschreitende Netzwerkveranstaltung Mitte Oktober, die durch ein People-to-People-Projekt gefördert wird.
Manchmal braucht es nur einen leeren Raum, um neue Möglichkeiten sichtbar werden zu lassen. Was heute als Zeichen des Wandels gilt – ein verlassenes Ladenlokal, eine dunkle Schaufensterscheibe, ein leerer Ortskern – kann morgen wieder zu einem Ort der Begegnung werden. Nicht, indem die Vergangenheit rekonstruiert wird, sondern indem neue Formen des Miteinanders entstehen. Genau hier setzt das Mobile Atelier im kommenden Jahr an. Dank einer Förderzusage für das Interreg-Projekt „(Grenz)Räume beleben. Leerstände als Orte der Begegnung.“ in der Euregio Inntal unterwegs sein und gemeinsam mit dem Tiroler Projektpartner Regionalmanagement regio3 Bezirk Kitzbühel neue Wege der Ortskernentwicklung erproben. Auf bayerischer Seite werden Leerstände in den Landkreisen Rosenheim und Traunstein bespielt.
Seit ein paar Jahren zeigt Das Mobile Atelier, dass Kunst dort ihre größte Kraft entfaltet, wo sie den geschützten Ausstellungsraum verlässt und in den Alltag hineinwirkt. Wo Menschen ihr zufällig begegnen, Gespräche entstehen und Orte neu gelesen werden können. Diese Erfahrung bildet den Ausgangspunkt für das neue Vorhaben. An sechs Standorten – jeweils drei in Bayern und drei in Tirol – werden leerstehende Geschäftslokale für einige Wochen zu offenen Ateliers und Werkstätten auf Zeit. Künstler:innen arbeiten vor Ort, laden zum Mitmachen ein, entwickeln Projekte mit Schulen, Vereinen und Initiativen und schaffen Räume für Austausch, Experimente und kulturelle Bildung. Die ehemaligen Ladenlokale werden dabei nicht nur zu Arbeitsräumen, sondern zu Treffpunkten mitten im Ort – offen für alle, unabhängig von Alter, Herkunft oder Vorkenntnissen.
Im Mittelpunkt steht eine Frage, die viele Gemeinden im Alpenraum gleichermaßen beschäftigt: Wie können Ortszentren auch dann lebendig bleiben, wenn der klassische Einzelhandel allein diese Aufgabe nicht mehr erfüllen kann? Die Herausforderungen ähneln sich auf beiden Seiten der Grenze. Leerstände kennen keine nationalen Grenzen und vielleicht gilt das auch für ihre Lösungen. Das Projekt versteht Kunst deshalb nicht als dekorative Ergänzung kommunaler Entwicklung, sondern als Impulsgeberin. Künstlerische Prozesse eröffnen neue Perspektiven auf vertraute Orte. Sie bringen Menschen zusammen, schaffen Anlässe, den Ortskern wieder aufzusuchen, und machen sichtbar, welches Potenzial in scheinbar ungenutzten Räumen steckt. Aus einem leerstehenden Geschäft wird ein Atelier. Aus einem Schaufenster ein Ort der Neugier. Aus einer Adresse, an der man bisher vorbeiging, ein Platz für Begegnung.
Das Mobile Atelier wird damit Teil eines grenzüberschreitenden Innovationslabors, in dem kulturelle, soziale und wirtschaftliche Fragen zusammengedacht werden. Gemeinsam mit Kommunen, Eigentümer, regionalen Akteur und den Menschen vor Ort werden neue Nutzungsformen erprobt, Erfahrungen gesammelt und Modelle entwickelt, die auch über die Projektlaufzeit hinaus Impulse für andere Gemeinden geben können. Denn lebendige Ortszentren entstehen nicht allein durch Konsum. Sie leben von Begegnungen, von gemeinschaftlichen Erfahrungen und von Räumen, die Menschen einladen, sich dort aufzuhalten. Kunst kann diese Räume nicht dauerhaft ersetzen, aber sie kann sie öffnen. Sie kann sichtbar machen, was möglich ist, und den ersten Schritt in eine neue Nutzung wagen.
Wir freuen uns sehr, dass Das Mobile Atelier diesen Weg 2027 gemeinsam mit zahlreichen Partner:innen in der Euregio Inntal gehen wird und darauf, in den kommenden Monaten die beteiligten Orte und Künstler:innen und Projekte suchen zu dürfen. Also stay tuned, denn in den kommenden Wochen werden wir Calls für interessierte Orte und Künstler:innen veröffentlichen.
Safe the date
Den Auftakt bildet eine grenzüberschreitende Vernetzungsveranstaltung, die durch ein People-to-People-Projekt ermöglicht wird. Gemeinsam laden der BBK Bayern und die Euregio Inntal und das Regionalmanagement regio 3 Bezirk Kitzbühel interessierte Gemeinden, Künstler:innen und Kulturverantwortliche aus Bayern und Tirol dazu ein, über das Potenzial von Kunst als Instrument der Leerstands- und Ortskernbelebung ins Gespräch zu kommen. Im Mittelpunkt steht Das Mobile Atelier als Modell dafür, wie künstlerische Praxis leerstehende Räume in offene Orte der Begegnung verwandeln kann.
Die Veranstaltung versteht sich Werkstatt des Austauschs. Nach einer Einführung in das Konzept des Mobilen Ateliers eröffnet ein World Café Raum für Gespräche über Erfahrungen, Herausforderungen und Perspektiven. Kommunen treffen auf Künstler:innen, Kulturakteur:innen auf soziale Initiativen und gemeinsam werden Ideen entwickelt, wie leerstehende Räume zu lebendigen Orten des Zusammenkommens werden können.
Gerade der grenzüberschreitende Dialog steht dabei im Mittelpunkt. Denn die Fragen, vor denen Gemeinden in Bayern und Tirol stehen, ähneln sich in vielerlei Hinsicht. Umso wertvoller ist die Möglichkeit, voneinander zu lernen, Erfahrungen zu teilen und neue Kooperationen anzustoßen. Die Vernetzungsveranstaltung bildet damit den Auftakt für einen längerfristigen Austausch, aus dem nicht nur neue Projekte entstehen, sondern auch ein gemeinsames Verständnis dafür, welche Rolle Kunst als Impulsgeberin für lebendige Ortskerne übernehmen kann.
Der Termin sowie weitere Informationen zur Anmeldung werden in Kürze bekannt gegeben. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit Ihnen die Zukunft unserer Ortszentren neu zu denken.