Lena Policzka

Foto: Lena Policzka.

Atelierpreis

Die 1987 in Penzberg geborene Künstlerin studierte an der AdBK München. Sie lebt und arbeitet in Oberammergau. Ihre medienübergreifende Praxis umfasst Skulptur, kinetische Installation, Videoinstallation und Kunst im öffentlichen Raum. Im Mittelpunkt ihrer aktuellen Arbeit stehen Transformation sowie die Frage, wie Materialien Erkenntnis, Erinnerung und räumliche Erfahrung hervorbringen.


Rush: Deposition of Utopia, 2020, Video, 30 Min., Rush: Trojan Horse, 2020, 150cm, ø25cm. Foto: Lena Policzka.

Was macht für dich den idealen Ort zum Kreativsein aus?
Eine entspannte Atmosphäre, gutes Licht, ausreichend Platz und die Materialien griffbereit. Dann kann ich mich ganz auf den Arbeitsprozess konzentrieren.

Was machst du als Erstes, wenn du in dein Atelier kommst?
Mit frischem Blick auf Arbeiten vom Vortag sehen und den weiteren Arbeitsprozess bestimmen.

Zu welchen Materialien, Gesten oder Gewohnheiten kehrst du zurück?
Ich beginne meine Arbeiten meist mit kleinen Modellen aus Pappe, Papier oder Draht, um Ideen räumlich zu erproben. Im weiteren Prozess kehre ich immer wieder zum Verknüpfen zurück. Diese wiederkehrende Geste des Verbindens bildet derzeit den Kern meiner Arbeitsweise.

Welche Aspekte deiner Arbeit sind über Jahre hinweg konstant geblieben?
Konstant geblieben ist mein Verständnis von Material. Ich begreife es nicht nur als Werkstoff oder formgebendes Element, sondern zur Formfindung, Medium des Denkens und der Erkenntnis. Im Arbeiten mit Materialien entstehen neue Fragen und Einsichten – sie prägen den künstlerischen Prozess ebenso wie das fertige Werk.

Welche Wünsche oder Vorstellungen hast du für die Zukunft der Kunstwelt?
Ich wünsche mir eine Kunstwelt, die vielfältige Lebenswege stärker mitdenkt. Förderprogramme sollten flexibler auf unterschiedliche Biografien reagieren und beispielsweise Familienzeiten bei Altersgrenzen berücksichtigen. Außerdem halte ich es für wichtig, Künstlerinnen sichtbarer zu machen und die Kunstförderung auch außerhalb großer Städte auszubauen, damit kulturelle Teilhabe und künstlerische Entwicklung nicht vom Wohnort abhängen.

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