Gabi Blum
Foto: Magdalena Jooss.
Atelierpreis
Gabi Blum studierte an der AdBK München bei Prof. Stephan Huber. Sie arbeitet als Künstlerin, Kuratorin und im öffentlichen Raum, wobei sie die jeweiligen Kontexte einbezieht. Ihre Arbeit wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. durch den Bayerischen Kunstförderpreis und das Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds. Als Mitbegründerin der Initiative K&K – Bündnis Kunst und Kind engagiert sie sich für Künstlerinnen mit Care Verantwortung. Ihre Arbeiten wurden u.a. gezeigt im Kunsthaus Kaufbeuren, im DG Kunstraum München und der Pinakothek der Moderne.
Was hält dein Atelier für dich bereit, was es woanders nicht gibt?
Hier ist mein ganzer Kosmos drin. Das Atelier ist eigentlich mein Gehirn, hier ist Platz für meine Gedanken und natürlich auch für das ganze Material und die Arbeiten, die ich lagere. Im Grunde findet hier alles statt, das meine Arbeit ausmacht, auch wenn ich die Installationen meist erst final dort baue, wo ich sie auch zeige, alleine wegen der Größe und weil ich ortsspezifisch arbeite. Im Grunde bin ich immer im Atelier, fast wie eine Fabrikarbeiterin fange ich früh an. Hauptsächlich verräume und denke ich hier, verwalte, sortiere, bereite vor. Im Atelier gelten alleine meine Regeln, das macht den Raum so besonders, er ist von der Außenwelt relativ unbeeinflusst.
Welche Bedeutung haben Freude und spielerische Elemente in deiner künstlerischen Praxis?
Im Grunde arbeite ich wie ein Kind und mische mir Realitäten zusammen, baue Räume, die ich gerne haben möchte, benutze die Räume und lade weitere Menschen ein, Teil davon zu sein, um dann zu sehen was passiert. Es ist eigentlich sehr spielerisch, was ich mache und wird auch von den Besucher:innen meist so angenommen, die dann oft gerne ebenso Teil der Sache werden.
Welche Kompromisse würdest du eingehen und wo ziehst du Grenzen?
Ich gehe keine Kompromisse ein, ich passe mich aber den räumlichen Situationen und vorhandenen Gegebenheiten an bei den Projekten, die ich mache. Das findet aber nur auf der Ebene der Form statt, nicht auf der Ebene des Inhalts. Letztlich kann ich sagen, dass ich bisher nur Arbeiten gemacht habe, die völlig unbeeinflusst entstanden sind, reingeredet hat mir da noch nie jemand.
Die Hand der Bavaria, 2025. Foto: Videostill, Gabi Blum.