Gloria Sogl

Foto: Romy Anderson.

Atelierpreis

Gloria Sogl studierte Bildende Kunst und Pädagogik an der AdBK München und Nürnberg und schloss 2024 ihr Studium am Dutch Art Institute (DAI) ab. Sie arbeitet medienübergreifend mit Textil, Text und Installation. Im Zentrum ihrer Praxis steht das Weben – nicht nur als Technik, sondern als Träger von Wissen, Erinnerung und verkörperter Erfahrung. Ihre Arbeiten wurden international gezeigt, unter anderem im Bauhaus Dessau, Museum Moderner Kunst Wörlen, der Nida Art Colony in Litauen, der Association Essaouira Mogador in Marokko und Centrale Fies in Italien.


Beschreibe dein Atelier in drei Wörtern!
Hände - Spur – Verdichtung.

Ist dein Atelier auch ein Sozialraum?
Mein Atelier ist kein isolierter Raum, sondern Teil eines Netzwerks aus Webereien, textilen Werkstätten und Forschungseinrichtungen. Der Austausch entsteht vor allem in der Zusammenarbeit an den Jacquardwebstühlen in diesen Werkstätten. In den kontinuierlichen Übergängen zwischen meinem Atelier und den externen Arbeitsorten entsteht die Resonanz dieses Austauschs. Mein Atelier ist der Ort, an dem ich diese Erfahrungen zusammenführe und weiterdenke.

Welche Aspekte deiner Arbeit sind über Jahre hinweg konstant geblieben?
Für mich ist Weben eine Form von Sprache: ein Einüben von Rhythmen und körperlichen Bewegungen, uralt und zukunftsweisend zugleich. Es entfaltet sich im Rhythmus der Bewegung und hinterlässt Spuren, ähnlich wie Schrift. Ich verstehe diese Prozesse als eine verkörperte Ausdrucksform, die nicht an Worte gebunden ist. Sie trägt Fragmente eines Wissens, das der Körper erinnert und das sich durch die Hände formt.

Wie beeinflusst das Künstlerin-Sein, wie du die Welt wahrnimmst?
Unsere westliche Wahrnehmungskultur ist visuell dominiert – wir lesen die Welt über Distanz und Eindeutigkeit. In meiner Arbeit mit textilen Prozessen interessiert mich, wie sich diese Wahrnehmung öffnet, wenn das Taktile und Körperliche wieder ins Zentrum rücken. Es geht mir um ein Sehen, das sich der Kontrolle entzieht: ein verkörpertes, sinnliches Begreifen von Material und Prozess.

Digital Tenderness, 2025. Foto: Michael Mönnich.

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Anna Lena Keller

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Janis Strobl/Critical Ceramics