Esther Zahel
Foto: Egon Kraus.
Atelierpreis
Esther Zahel (*1988 in Hanau) studierte Mathematik an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt sowie Freie Kunst an der AdBK München und war Meisterschülerin von Gregor Hildebrandt. Zahel entwickelt begehbare Malerei, in der räumliche Systeme entstehen, die Zuhause nicht als gegebenen Ort fassen, sondern als fragile, sich verändernde Konstruktion erfahrbar machen. Aus sprachlichen Fragmenten, Zeichnung und Malerei entstehen Räume mit einer eigenen inneren Logik, in denen Erinnerung, Wahrnehmung und Gegenwart aufeinander treffen.
Beschreibe dein Atelier in drei Wörtern!
Schutzraum. Freiheit. Konzentration.
Was hält dein Atelier für dich bereit?
Mein Atelier ist der einzige Ort, über den ich vollständig selbst bestimmen kann. Hier dürfen Dinge entstehen, liegen bleiben und sich verändern.
Was machst du als erstes, wenn du in dein Atelier kommst?
Ich ziehe meine Malklamotten an. Das ist meist der Moment, in dem der Alltag endet und die Arbeit beginnt.
Welche Gespräche oder Diskurse möchtest du mit deiner Arbeit anregen?
Mich interessieren die Geschichten, die wir uns über die Welt erzählen. Neugier ist dabei wichtiger als Gewissheit.
Wie beeinflusst das Künstlerin-Sein, wie du die Welt wahrnimmst?
Der künstlerische Prozess läuft für mich wie ein Hörgerät immer im Hintergrund mit. Gespräche, Satzfragmente, Farben oder kleine Verschiebungen im Alltag tauchen später wieder in den Arbeiten auf.
Was musstest du als Künstlerin verlernen?
Den Versuch, es allen recht zu machen.
Die Öffnung des Universums in das Haus der vielen Wohnungen, 2019. Foto: Peter Zahel.