Béla Juttner
Foto: Miles Fischler.
Atelierpreis
Der Werdegang Béla Juttners beginnt als Jungstudent an der Heinz-Bosl-Ballettakademie in Kooperation mit der Bayerischen Staatsoper. Die frühen Erfahrungen auf, vor und hinter der Bühne prägen seine Praxis bis heute. Juttner absolvierte einen Master in Modedesign an der Royal Academy of Fine Arts Antwerp bei Walter van Beirendonck und schloss 2025 sein Kunststudium bei Peter Kogler in München mit Auszeichnung des Debütant:innenpreis ab. Seine Arbeiten bewegen sich zwischen Mode, Tanz und Performance und hinterfragen Rollenbilder, Körper und Begegnung.
Ohne was könntest du in deinem Atelier nicht arbeiten?
Ohne natürlichen Lichteinfall und ausreichend Platz zum Pirouetten drehen, wäre es deutlich trister. Natürlich dürfen gutes Werkzeug und mein hoher Tisch, an dem ich im Stehen arbeiten kann, auch nicht fehlen.
Was bedeutet dein Atelier für dich?
Mein Atelier schafft mir eine Umgebung, in der Ideen fragil sein dürfen und noch wachsen können, bevor sie sich in Gestalt behaupten müssen. Mit einer Atmosphäre, die nicht so tut, als wäre sie fertig gedacht, im Stillstand oder klinisch aufgeräumt. Dabei brauche ich ruhige Ecken sowie Berge an Materialschätzen, die ich mein Leben lang angesammelt habe. Beide Pole sind vertreten: intuitives Spielen mit Materialien im Designprozess sowie konzeptionelle, forschungsbasierte Phasen meiner Arbeit.
Woher kommt deine Motivation, Kunst zu machen?
Aus dem Gefühl heraus, dass manche Fragen spannender werden, je länger sich keine eindeutige Antwort finden lässt. Mich begeistert, wie viele Menschen, Orte und Denkweisen dieser Beruf zusammenbringt. Neue Begegnungen und die Aussicht, etwas zu entdecken, das ich vorher noch nicht kannte, treiben mich an.
Was verlangt dir deine Arbeit körperlich oder emotional ab?
Geduld, Ausdauer, Zeit, Aufmerksamkeit und die Fähigkeit, Zweifel produktiv zu nutzen. Nicht zu vergessen die Bereitschaft, lange an Problemen zu arbeiten, die ich mir selbst ausgedacht habe.
Gipfeltreffen. Foto: Videostill, Béla Juttner.