Bei KUKUK in der Holzmühle

Im Sommer zieht es Das Mobile Atelier vom 30.7. bis 14.9. auf Einladung von KUKUK erneut nach Unterfranken, dieses Mal in die Holzmühle in Remlingen. Die Holzmühle ist eine alte Getreidemühle. Sie liegt außerhalb des Ortes, in einem Weiler zwischen drei Dörfern, umgeben von Feldern und Wald. Der Mühlbach fließt durch das Gelände und treibt ein Mühlrad an, mit dem heute Strom erzeugt wird. Neben den Obstwiesen und dem Weiher, steht ein Atelier in der alten Scheune zum Arbeiten und Ausstellen bereit.

KUKUK ist ein Projekt der Künstlerin Sara Förster, die in der Holzmühle aufgewachsen ist. KUKUK versteht sich als temporärer Raum der Begegnung und des Austausches. Bei Kunst und Kuchen werden unterschiedliche Formate des Zusammenkommens im ländlichen Raum erprobt. In den letzten beiden Jahren hat KUKUK bereits folgende Veranstaltungen umgesetzt: Residencies mit Künstler:innen-Gesprächen bei Kaffee und Kuchen, Workshops zu naturnahen Themen und den KUKUKMARKT, der eine Plattform für die Vielfalt und das Potential im ländlichen Raum mit Kunst, Handwerk, Naturschutz, Vereinen etc. ist.

“Als Gastgeberin und selbst Künstlerin, war es für mich eine bereichernde Erfahrung, die Rolle zu wechseln und die Künstlerin Lea Radatz in ihrem Schaffensprozess begleiten zu dürfen. Der Austausch – sowohl über regionale Gegebenheiten als auch über gemeinsame künstlerische Themen – ermöglichte mir neue Perspektiven auf meine Heimat. Durch Lea Radatz‘ Fragen, Beobachtungen und Begegnungen mit den Menschen vor Ort konnte ich Gewohntes hinterfragen und Vertrautes durch einen anderen Blickwinkel wiederentdecken.”

Sara Förster, Künstlerin und Initiatorin für KUKU

 
 

Lea Radatz

Die österreichische Künstlerin Lea Radatz eröffnet durch ihre künstlerische Arbeit Einblick in ihr besonderes Interesse am Alltäglichen. Ausgehend von sozio-politischen Themen und gegenwärtigen Diskursen der Ökologie entwickelt Lea Radatz konzeptionelle Ideen, die wissenschaftliche Theorien und eigene Beobachtungen von Normen, Haltungen und gängigen Verhaltensweisen in der Gesellschaft zusammenbringen. Sie greift auf das assoziative Verhalten des Menschen zurück und nutzt Gerüche oder Klänge, um Emotionen hervorzurufen. In ihrer Arbeit ist die Sinneswahrnehmung, insbesondere der Bezug zur Erinnerung, sowohl Inspirationsquelle als auch Ausdrucksform. Lea Radatz, geboren 1999, studierte im Bachelor Experimentelle Gestaltung an der Hochschule Hannover und lebt und wirkt heute an Ausstellungen und Projekten in Wien und Umgebung sowie in ihrer Heimat im Burgenland mit.

 

Fragen an…

lea Radatz zum mobilen Atelier bei kukuk in der holzmühle

Wie würdest du deinen Aufent- halt bei Das Mobile Atelier in drei Wörtern beschreiben?

Die Residency war FORDERND, aufgrund der Tatsache, dass ich mich einem neuen Projekt inklusive untypischen Formaten gewidmet habe. Sie hat AUFSCHLUSS gebracht im Hinblick auf die eigene Arbeitsweise, den Anspruch an den eigenen Output und die eigenen Stärken in der künstlerischen Arbeit. So gesehen gilt sie als besonders BEREICHERND für weitere Vorhaben und die eigene künstlerische Laufbahn.

Was begeistert dich am Beruf der Künstlerin?

Ich schätze an meiner Tätigkeit die Freiheit, Diskurse anzustoßen, und zugleich die Verantwortung, zur Eigeninitiative zu motivieren. Dabei ist es mein Anspruch in Form von Reizen zu kommunizieren, also den Zugang zu Themen über die Emotion zu ermöglichen. Darin sehe ich die Möglichkeit, Betrachter:innen zu einer ursprünglichen Form der Wahrnehmung, jenseits von Vorurteilen, zu führen.

Inwiefern nahm die Holzmühle in Remlingen Einfluss auf deine künstlerische Arbeit oder anders gefragt: Was hat dich inspiriert?

Die Holzmühle wirkt durch ihre Distanz zum Ortskern wie eine Insel. Auf ihr herrscht eine besondere Offenheit gegenüber künstlerischen Prozessen. Die gegebene Zuversicht ermöglicht den Fortschritt. Bewährte Gewohnheiten im Haus mit langer Geschichte oder der durchgehende Fluss des Mühlrads bringen Kontinuität und Ruhe. Während der Zeit in der Holzmühle konnte ich mich auf ursprüngliche Interessen konzentrieren und Naturereignisse beobachten, um ihre Sinnlichkeit wiederzuentdecken und mit ihr zu arbeiten.

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