Sarah Doerfel
Foto: Max Eicke
Atelierpreis
Sarah Doerfels Arbeiten wurden im In- und Ausland in Galerien und Institutionen gezeigt, u.a. in der Shedhalle Zürich, im Museum Hamburger Bahnhof, Berlin, im Macro Museo Rom, in der Akademie der Künste Berlin und im Kunstverein München. Neben anderen Stipendien und Förderungen in den letzten Jahren, ist sie aktuell Stipendiatin der Akademie der Künste Berlin im Rahmen des „Berlin-Stipendiums“. Für dieses lebte und arbeitete sie u.a. im Künstlerhaus Bethanien Berlin. Während ihrer anstehenden Residenz bei der AIRIE Foundation wird sie in Miami, FL, leben und arbeiten.
Wie sähe dein ideales Atelier aus?
Ich wünsche mir ein Atelier mit Tageslicht und (geräumigem) Schwerlastaufzug! Mein aktuelles Atelier ist wunderbar, doch leider im Keller – diese zwei Aspekte vermisse ich daher. Auf Residencies genieße ich die Arbeit mit Blick nach draußen und die Farbechtheit der verwendeten Materialien und Farben umso mehr.
Welche Gespräche oder Diskurse möchtest du mit deiner Arbeit anregen?
Als menschliche Wesen in ständigem Wandel und Austausch mit unserer Umwelt löst sich eine klare Trennung zwischen Vergangenheit und Zukunft, Selbst und Außenwelt auf. Diese durchlässige Beziehung zu (mehr-als menschlichen) Anderen ist zentral in meinem feministischen Verständnis von Identität. Blickt man auf das menschliche Leben durch die Brille der geologischen Tiefenzeit, die nicht in Jahrzehnten, sondern in Jahrmillionen rechnet, ist ein Festhalten an der zerstörerischen anthropozentrischen Weltsicht unmöglich, welche vielen Auslösern und Weichenstellungen in unserer aktuellen Krisenlage zu Grunde liegt.
Welche Wünsche hast du für die Zukunft der Kunstwelt?
Ich hoffe, dass Institutionen nicht restlos von den Gesetzen des Kunstmarkts geschluckt werden und die öffentlichen Kürzungen im Kultursektor zumindest abgemildert werden. Das ist unverzichtbar, um eine vielschichtige Kultur am Leben zu halten. Und ich hoffe, dass weiterhin nicht nur von Haus aus finanziell begünstigte Menschen Kunst studieren können. Die gegenteilige Entwicklung sieht man z.B. in England und sie produziert eine Künstler:innengeneration, der viele wichtige Blickwinkel und Fragestellungen entgehen.
Where I end and You begin, 2023. Foto: Sarah Doerfel.