Jianling Zhang
Foto: Jianling Zhang.
Atelierpreis
Nach dem Master in Curatorial Studies an der China Academy of Art setzte Jianling Zhang ihr Studium im Bereich Digitale und Zeitbasierte Medien an der AdBK München fort. Derzeit lebt und arbeitet sie in München. In ihrer künstlerischen und kuratorischen Praxis verknüpft sie die Polyphonie und den Monolog belebter sowie unbelebter Existenzen miteinander. Durch narrative Experimente versucht sie, generative Orte zu schaffen, die von Unbestimmtheit und einem spielerischen Geist durchzogen sind.
Ohne was könntest du in deinem Atelier nicht arbeiten?
Filzstifte in verschiedenen Farben, um die parallelen Entfaltungsmöglichkeiten von Worten, Phänomenen und Erzählfragmenten zu markieren.
Welche Atmosphäre magst du in deinem Atelier?
Die Stimmen aus dem Kinderhaus direkt neben meinem Atelier wecken stets Erinnerungen an den Aquarellkurs von früher. War die Zeichnung damals schnell und präzise gelungen, durfte ich früher losflitzen und eine ofenwarme Goldfaden Rindfleischpastete holen. So bleibt das Zeichnen bis heute ein regelrecht knuspriges Erlebnis.
Zu welchen Materialien, Gesten oder Gewohnheiten kehrst du zurück?
Meine Arbeiten entfalten sich oft rund um verschiedene Berufsidentitäten, zwischen Dokumentation und Fiktion; eine immer wiederkehrende Geste ist das „Werfen". Plötzlich lösen sich die Figuren aus ihren gewohnten Bewegungen und Kausalketten, versinken in Nachdenken, Zögern und Stillstand.
Welche Bedeutung haben Freude und spielerische Elemente in deiner künstlerischen Praxis?
Für fast alle meine Werke arbeite ich mit formalen Vorgaben – seien es spezifische Satzstrukturen, Erzählmuster oder definierte Drehorte. In dieser temporär vom Alltag losgelösten Zone tauchen die Teilnehmenden innerhalb der Spielregeln ein, tasten sich vor und überschreiten ab und zu die Grenzen, genau daraus entsteht die Freude.
The Year Under Spell, 2025. Foto: Filmstill, Jianling Zhang.