Augenmerk

Im Juli 2026 kuratiert von Maria Buck und Tabitha Nagy

In der neuen Rubrik „Augenmerk“ stellen wir euch Künstler:innen, Ausstellungen, Kunst-Orte und Ausschreibungen vor, die uns aufgefallen sind. Im Wechsel kuratiert das Team des BBK Bayern diese Auswahl. In der zweiten Ausgabe präsentieren euch Maria Buck und Tabitha Nagy, wer und was sie diesen besonders inspiriert. 

 

Künstler:innen, die man kennen sollte: Constanza Camila Kramer Garfias

Die Arbeiten von Constanza Camila Kramer Garfias begeistern uns immer wieder. Die chilenisch-deutsche Künstlerin und Atelierpreisträgerin 2025 verbindet traditionelle Webtechniken mit aktuellen Fragen zu Erinnerung, Herkunft und Geschichte. Sie schafft textile Arbeiten, die ebenso präzise wie vielschichtig sind. Besonders beeindruckend ist, wie sie Stoff nicht nur als Material, sondern als Träger von Bildern, Geschichten und kulturellen Spuren versteht. Wer sich für zeitgenössische Kunst interessiert, die handwerkliche Expertise mit gesellschaftlicher Relevanz verbindet, sollte ihren Namen auf jeden Fall im Blick behalten. Wer sich selbst davon überzeugen mag: Derzeit ist ihre Solo-Ausstellung Woven Lands in der Staircase Gallery Rosewood Hotel Munich zu sehen.

Ausstellungen, die man gesehen haben muss: Antifascism: Now.

Mit ANTIFASCISM: NOW. starten Lothringer 13 und das Goethe-Institut ein mehrjähriges, internationales Projekt zur antifaschistischen Kulturarbeit der Gegenwart unter der Leitung von Künstler und Kurator Kalas Liebfried. Ausgehend von München wächst das Programm bis 2028 mit Ausstellungen, Residenzen, Symposien und Bildungsformaten in Städten in Ost- und Südosteuropa weiter. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Antifaschismus heute als gesellschaftliche Haltung, solidarische Praxis und demokratische Verantwortung neu gedacht werden kann. Unbedingt die Chance nutzen und noch bis 31. Juli hingehen! Eine Ausstellung, die berührt, entsetzt und zum Nachdenken anregt, allergrößte Empfehlung von uns.

Kunst-Orte, die man besuchen sollte: Kebbel Villa

Schon mal in der Kebbel-Villa gewesen? Das Ausstellungshaus für moderne und zeitgenössische Kunst in Schwandorf zeigt regelmäßig internationale und regionale Positionen und lädt mit Ausstellungen, Künstler:innengesprächen, Führungen sowie Konzerten und Lesungen zum Entdecken ein. Gleichzeitig ist die historische Villa mit ihren Werkstätten und dem internationalen Residenzprogramm ein Ort, an dem zeitgenössische Kunst nicht nur präsentiert, sondern auch produziert und weitergedacht wird. Ein lohnendes Ziel für alle, die wie wir Kunst-Orte mögen, die Kunst nicht nur zeigen, sondern auch Raum für Austausch bieten und die zeitgenössische Kunst ins Zentrum stellen.

Ausschreibung, auf die man sich bewerben sollte: Artist Residency des Centre for Multispecies Relations and Future Ecologies in Palermo, Italien

Den Sommer in Süditalien verlängern? Wir haben da eine Idee: Das Centre for Multispecies Relations and Future Ecologies in Palermo vergibt zwei Residency-Plätze für Künstler:innen, die zu Ökologie, Klimawandel und den Beziehungen zwischen menschlichen und nicht-menschlichen Lebensformen arbeiten. Die Residency findet vom 12.Oktober bis 12. Dezember 2026im Stadtteil Altarello di Baida statt und bietet Unterkunft, Produktionsmittel, Reisebudget sowie eine Förderung von 1.860 € pro Künstler:in (vor Steuern). Bewerbungen sind unabhängig vom Medium möglich, auch für Duos und kollaborative Projekte. Jetzt schnell sein: Bewerbungsschluss ist schon der 5. Juli 2026.

Und wenn wir uns beamen könnten... Biennale Gherdëina – Future (Paradise) Gardens

Wie wäre es diesen Sommer mit einem Trip nach Südtirol? Wir wissen, das ist nicht der originellste Reisetipp, der Besuch der Biennale Gherdënia im Grödner Tal allerdings schon.  Die zehnte Ausgabe von (Future) Paradise Gardens, kuratiert von Samuel Leuenberger, beschäftigt sich mit der Frage, wie Gärten zu Orten der Fürsorge, des Zusammenlebens und der Vorstellungskraft werden können. Im Spannungsfeld zwischen Natur und Kultur entstehen Räume für Rückzug, Erneuerung und gemeinschaftliche Zukunftsentwürfe, die auf Gerechtigkeit und Gleichheit basieren. Die Ausstellung vereint 24 Projekte von 28 lokalen und internationalen Künstler:innen an drei Orten. Mit dabei auch zwei Künstlerinnen, die in Bayern beheimatet sind: Lenonora Prugger und Judith Neunhäuserer..

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DAs Mobile Atelier zu Gast in der Holzmühle: Melanie Gandyra im Interview

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Publikation: Verbindungslinien 2025