Augenmerk
Im Oktober 2026 kuratiert von Maria Buck und Tabitha Nagy
In der neuen Rubrik „Augenmerk“ stellen wir euch Künstler:innen, Ausstellungen, Kunst-Orte und Ausschreibungen vor, die uns aufgefallen sind. Im Wechsel kuratiert das Team des BBK Bayern diese Auswahl. Im Oktober präsentieren euch Maria Buck und Tabitha Nagy, wer und was sie diesen Herbst besonders inspiriert.
Künstler:innen, die man kennen sollte: Paula Dischinger
Paula Dischinger interessiert sich für das, was passiert, wenn Menschen zusammenkommen. Ihre Arbeiten bewegen sich zwischen Performance, Mode, Raum und sozialer Interaktion – oft geht es um Berührung, Material und darum, etwas gemeinsam zu erleben. Ausgebildet in Modedesign am Institut Français de la Mode in Paris und Performance Art an der Central Saint Martins in London, verbindet sie konzeptionelles Denken mit einer ausgesprochenen Lust am Machen und Ausprobieren. Ihre Arbeiten entstehen häufig direkt im öffentlichen Raum und beziehen ihr Gegenüber aktiv mit ein. Was wir an ihrer Arbeit besonders spannend finden: Bei Paula Dischinger wird Kunst zum sozialen Raum, zur Verbindung oder sogar zum gemeinsamen Erlebnis. Kunst wird dabei weniger zum Gegenstand, den man betrachtet, sondern zu etwas, in das man hineingerät.
Ausstellungen, die man gesehen haben muss: Erdanziehung
Was hält uns eigentlich auf dem Boden – und was bringt Dinge zum Schweben? Die Ausstellung „Erdanziehung“ im digital art space bringt die Künstler Lukas Kindermann und Judith Neunhäuserer zusammen und macht die Schwerkraft zum gemeinsamen Ausgangspunkt. Zwischen Technologie und Natur, wissenschaftlicher Forschung und Mythos, Archiven und geologischen Spuren entstehen zwei sehr unterschiedliche, aber überraschend gut miteinander korrespondierende künstlerische Positionen. Es geht ums Fallen und Schweben, um Gewicht und Leere – und letztlich um unseren ziemlich fragilen Stand auf diesem Planeten.
17.9.–12.11.2026, digital art space, München, in Kooperation mit dem DG Kunstraum.
Kunst-Orte, die man besuchen sollte: Kunstverein Ebersberg
Ein Kunstverein im Klosterbauhof, eine beeindruckende Ausstellungsarchitektur und ein Programm, das weit über klassische Ausstellungen hinausgeht: Der Kunstverein Ebersberg ist definitiv einen Besuch wert. Zeitgenössische Kunst, internationale Positionen, Installationen, Künstlergespräche, Wettbewerbe und immer wieder ungewöhnliche Projekte – in Ebersberg passiert erstaunlich viel. Ein Ort, der zeigt, dass spannende zeitgenössische Kunst nicht zwangsläufig mitten in der Großstadt stattfinden muss. Und derzeit sind zwei unserer Vorstände, Lena Schabus und Florian Froese-Peeck, in einer Ausstellung im Kunstverein vertrete.
Ausschreibung, auf die man sich bewerben sollte: SKOPJE EUROPEAN CAPITAL OF CULTURE 2028 – CALL FOR PROJECTS
Auf nach Skopje! Skopje wird 2028 Europäische Kulturhauptstadt – und sucht dafür internationale künstlerische und kulturelle Projekte. Gefragt sind eigenständige, nicht-kommerzielle Ideen, die sich mit Themen wie Zusammenhalt, Erneuerung, Hoffnung, Kreativität oder kulturellem Erbe beschäftigen. Mit bis zu 50.000 Euro Förderung können Projekte Teil des offiziellen Programms 2028 werden und an ganz unterschiedlichen Orten in Skopje stattfinden. Eine schöne Gelegenheit, eine künstlerische Idee einmal aus dem gewohnten Kontext herauszudenken – und sie in einen neuen, europäischen Zusammenhang zu bringen.
Und wenn wir uns beamen könnten... Biennale di Venezia
Zugegeben, ein Geheimtipp ist das nun wirklich nicht. Aber wer es in diesem Jahr noch nicht auf die Biennale di Venezia geschafft hat, dem empfehlen wir das noch nachzuholen. Denn allzu lange Zeit bleibt dafür nicht mehr und ein Besuch ist dieses Kunstspetakel doch immer wert.