Augenmerk

Im August 2026 kuratiert von Katrin Dillkofer

In der neuen Rubrik „Augenmerk“ stellen wir euch Künstler:innen, Ausstellungen, Kunst-Orte und Ausschreibungen vor, die uns aufgefallen sind. Im Wechsel kuratiert das Team des BBK Bayern diese Auswahl. In der Sommerausgabe präsentiert euch unsere Geschäftsführerin Katrin Dillkofer, wer und was sie diesen Sommer besonders inspirierend findet.

 
 

Künstler:innen, die man kennen sollte: Gloria Sogl

Bei der frischgekürten Atelierpreisträgerin Gloria Sogl wird der Faden zum Erzähler. Ihre Arbeiten kreisen um das Weben, nicht als Tradition, sondern als offene Praxis des Verbindens, Lösens und Neuordnens. In Installationen, Performances und Textilarbeiten folgt sie den Spuren, die Materialien, Werkzeuge und Gesten hinterlassen. Der Webstuhl ist dabei weit mehr als ein Produktionsmittel: Er wird zum Resonanzraum für Fragen nach Arbeit, Geschichte und den Bedingungen unseres Herstellens. Sogls Arbeiten verweben textile Techniken mit gegenwärtigen Produktionsweisen und zeigen, wie viel Zukunft in einem der ältesten kulturellen Werkzeuge liegen kann.

Ausstellungen, die man gesehen haben muss: Drehmoment

Mit der Ausstellung DREHMOMENTzieht foyer.art in ein ungenutztes Gebäude in Rosenheim und macht daraus einen Ort für zeitgenössische Kunst, Begegnung und Austausch. Sechs künstlerische Positionen treten in einen Dialog zwischen Malerei, Installation, Skulptur und Performance. Das Einladungsprinzip verbindet regionale und überregionale Perspektiven. Ein besonderer Tipp ist die Vernissage am Sonntag, 9. August, um 19 Uhr: Die Ausstellung eröffnet mit der Performance „Abendessen“ von Paula Dischinger, Atelierpreisträgerin 2025 und die letzten beiden Monate Teil des Mobilen Atelier in Lindenberg, mit der sie u.a. schon in Paris, Stuttgart, Frankfurt und Regensburg gastierte. 

Kunst-Orte, die man besuchen sollte: Die Putte

Der Projektraum Die Putte in Neu-Ulm schafft Raum für künstlerische Positionen, die experimentieren, Risiken eingehen und den Dialog suchen – oft dort, wo der Ausstellungsbetrieb erst beginnt, spannend zu werden. Zwischen Schaufenster und White Cube entstehen Ausstellungen, Performances und Begegnungen, die nahbar bleiben, ohne an Komplexität zu verlieren. Die Putte versteht Gegenwartskunst nicht als abgeschlossene Geste, sondern als Einladung: zum Hinschauen, Mitdenken und manchmal auch zum Perspektivwechsel. Gerade darin liegt ihre besondere Stärke, als kleiner Ort mit großer Offenheit für das, was Kunst heute sein kann.

Ausschreibung, auf die man sich bewerben sollte: Kunst am Bau Nürnberg

Das Staatliche Bauamt Nürnberg schreibt einen geladenen, einphasigen Kunst-am-Bau-Wettbewerb mit vorgeschaltetem offenem Bewerbungsverfahren aus. Gesucht wird eine dauerhafte künstlerische Arbeit für den zentralen Innenhof des Ensembles. Die Intervention soll den Ort als Raum für Begegnung, Reflexion und Aufenthalt qualifizieren und das architektonische Gesamtkonzept ergänzen. Für die Realisierung der Kunst am Bau steht eine Summe von 250.000 Euro zur Verfügung. Teilnahmeberechtigt sind bis 9. September, 12.00 Uhr professionelle Künstlerinnen und Künstler sowie Künstlergemeinschaften mit Staatsangehörigkeit eines Mitgliedstaats der Europäischen Union.

Und wenn wir uns beamen könnten... Manifesta 16 Ruhr

Noch ein Reisetipp? Wer in diesem Sommer ins Ruhrgebiet reist, begegnet einer Biennale, die weniger nach spektakulären Bildern sucht als nach neuen Möglichkeiten des Zusammenlebens. Die Manifesta 16 zieht in Nachkriegskirchen ein und damit in Gebäude zwischen Erinnerung und Leerstand. Zentrale Frage: Was kann ein Ort werden, wenn seine ursprüngliche Funktion endet? Ausstellungen, Interventionen und gemeinschaftliche Projekte verwandeln die Nachkriegskirchen in Räume für Begegnung, Austausch und neue Geschichten. So wird der Weg durch Duisburg, Essen, Bochum und Gelsenkirchen zu einer Entdeckungsreise durch ein Ruhrgebiet im Wandel  und zu einer Einladung, Kunst als Teil des öffentlichen Lebens zu erleben, nicht nur als Ziel, sondern als Ausgangspunkt.

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Kunst-am-Bau Wettbewerb für den Neubau des Zentrum Bayern Familie und Soziales in Nürnberg

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Künstler:innen im Portrait: Andrea Ziegler