AUSSTELLUNGSDAUER
14.–29.03.2026
ERÖFFNUNG
13.03.2026 | 19 Uhr
BEGLEITPROGRAMM
So 15.03.2026 | 15–17 Uhr: Workshop Gelatinedruck von Kirsten Schoppmann
So 29.03.2026 | ab 15 Uhr: Artist Talk
ÖFFNUNGSZEITEN VIEW
Sa/So | 14–18 Uhr
BBK-GALERIE VIEW
BBK NÜRNBERG UND MITTELFRANKEN e.V.
Ostermayr-Passage / Ecke Weikertsgässchen 4
90402 Nürnberg
https://www.bbk-nuernberg.de/
@bbk.view.veillodter8/?hl=de
Die diesjährige Druckkunst-Ausstellung des BBK Nürnberg Mittelfranken in seiner Galerie VIEW widmet sich ganz dem Gelatinedruck, einer faszinierenden Drucktechnik, die zur Monoprint-Methode gehört. Jeder Druckvorgang erzeugt ein einzigartiges Bild, das sich in dieser Form nicht exakt wiederholen lässt. Schicht um Schicht lagern sich Formen, Linien und Farbräume übereinander, verdichten sich, überdecken und durchdringen einander. Das Zusammenspiel aus Intention und Unvorhersehbarkeit macht den Gelatinedruck zu einer lebendigen, experimentellen Technik – und jedes Blatt zu einem unverwechselbaren Original.
Gezeigt werden aktuelle Arbeiten unserer beiden Verbandskünstlerinnen Maria del Pilar und Kirsten Schoppmann sowie unserer Gäste Niels Bouman und Teresa Wiechova.
Maria del Pilar | Charakterköpfe
In ihren Charakterköpfen verbindet Maria del Pilar ihre bisherige Collagepraxis mit der experimentellen Technik des Gelatinedrucks. Wie in ihren Collagen entstehen die Köpfe aus Schichtung, Fragment und Überlagerung – Identität zeigt sich als etwas Zusammengesetztes, Wandelbares. Der Gelatinedruck erweitert diesen Ansatz um Zufall, Transparenz und organische Texturen. Linien und Farbflächen verdichten sich zu fiktiven Gesichtern, die zugleich archetypisch und persönlich wirken. Zwischen Kontrolle und Zufall entfaltet sich ein Dialog, der die Betrachtenden einlädt, eigene Erfahrungen, Emotionen und Projektionen in die Gesichter einzuschreiben.
Kirsten Schoppmann | Flora und Fauna
Ihre Arbeiten transformieren Naturmotive zu poetischen Bildwelten. Blätter, Blüten und tierhafte Formen erscheinen als Silhouetten und fragile Spuren. Durch das Schichten von Farbe, das Abnehmen und erneute Überdrucken entstehen organische Strukturen von großer Feinheit und Tiefe. Transparenzen, Überlagerungen und zufällige Texturen verleihen den Arbeiten eine lebendige, beinahe atmende Qualität. Der Gelatinedruck ermöglicht Kirsten Schoppmann ein unmittelbares, prozesshaftes Arbeiten. Jede Druckphase hinterlässt Spuren, die nicht vollständig planbar sind und gerade dadurch den Charakter der Natur widerspiegeln: Wandel, Wachstum und Vergänglichkeit.
Teresa Wiechova | Freie Kompositionen
Die Künstlerin Teresa Wiechova verbindet klassische Drucktechniken wie Linol- und Holzschnitt, Radierung, Siebdruck und Gelatinedruck. Die Bildflächen ihrer gezeigten Monoprints durchziehen Elemente aus Technik und Mechanik – Zahnräder, Raster, Fragmente technischer Zeichnungen, schematische Linienführungen. Sie erscheinen nicht als funktionale Bauteile, sondern als ästhetische Zitate. Mechanische Ordnung trifft auf gestische Eingriffe. Präzision kollidiert mit Intuition. Schrift fungiert dabei als verbindendes Element. Sie wird geschichtet, gespiegelt, angeschnitten oder partiell ausgelöscht. Worte bleiben Fragment, Bedeutung bleibt offen. Wiechova interessiert sich weniger für Lesbarkeit als für Rhythmus, Verdichtung und die physische Präsenz von Zeichen im Raum.
Niels Bouman | Urbane Bildwelten
Der genreübergreifende Künstler Niels Bouman arbeitet mit fotografischen Monoprints, Malerei und Linoldruck. Ausgangspunkt seiner Arbeiten sind eigene Fotografien aus Städten wie Nürnberg, Kapstadt oder Los Angeles. Im Gelatinedruck werden die Motive reduziert, farblich neu aufgebaut und in einzigartige Bildräume überführt. So entstehen verdichtete urbane Szenen zwischen Dokumentation und malerischer Neuinterpretation.
VIEW#28 print unplugged: Tag der Druckkunst 15. März 2026