Unser mobiles Ateliermodul
Mit unserem mobilen Ateliermodul brachte das Projekt an manchen Standorten seinen Raum selbst mit. Es handelte sich um ein bewegliches, eigenständiges Gebäude aus Holz inkl. einer großen Zeltlandschaft. Das Ateliermodul war nicht nur Arbeitsstätte der Kunstschaffenden, sondern auch Ort der Begegnungen, interaktiven Workshops, Gespräche und kreativen Aktivitäten. So entsteht eine Plattform für künstlerischen und gesellschaftlichen Austausch.
Nach der Pilotphase des Mobilen Ateliers, die von 2023 bis 2025 dauerte, verabschiedeten wir uns mit Jahresbeginn 2026 von unserem mobile Ateliermodul. Drei Jahre lang war das Ateliermodul kreuz und quer durch ganz Bayern unterwegs, öffnete seine Türen z.B. in Gundelsheim, Cham, Günzburg und Miesbach, bot den jeweiligen Künstler:innen ein Atelier auf Zeit und wurde für die dortige Bevölkerung zum beliebten Treffpunkt. Doch wie heißt es so schön, wo ein Ende ist, da ist auch immer ein Anfang und das trifft auch auch Das Mobile Atelier zu. Statt des mobilen Moduls rückt das (Um)Nutzen bestehender Räume aller Art zu Ateliers in den Mittelpunkt: leerstehendes Ladenlokal, ehemaliges Büro, ein Museumsraum, eine nicht mehr genutzte Werkstatt, ein nie fertiggestelltes Schwimmbad oder andere, oft überraschende und unerwartete Orte.
Das Mobile Ateliermodul: Architektur und Design
Was in einem Seminar an der Akademie der Bildenden Künste München als vage Idee seinen Ursprung nahm, wird ab Mai eine Reise durch Bayern antreten. Das mobile Ateliermodul – namensgebend für dieses Kunstprojekt – ist ab Mai 2024 unterwegs in den bayerischen Regionen.
Doch der Reihe nach: Im Sommersemester 2023 entwickelte eine Gruppe von Studierenden von Notburga Karl, Professorin für Kunstpädagogik, Visionen eines mobilen Kunst-Raumes, der die teils paradoxen Anforderungen von Schutz und Offenheit, Transportierbarkeit und Stabilität sowie gestalterischem und funktionalem Anspruch zu erfüllen vermag. Es entstanden in Kleingruppen vier individuelle Modelle, die in ihrer Materialität und Formensprache unterschiedlicher nicht sein konnten: Die Entwürfe changierten von einer modernen Interpretation eines japanisch inspirierten Pavillons, einer Jurte, deren Äußeres durch soziale Interaktion immer wieder ihr Design verändert, einem Holzbau als Stecksystem, der flexible Raumdynamiken ermöglicht, bis hin zu einem Würfelmodell, der das Konzept des White Cubes konsequent auf die Spitze treibt. Jeder Entwurf stellte einen anderen Funktionsanspruch in den Vordergrund.
Aus den vier sehr verschiedenen Entwürfen der Studierenden kristallisierten die Architekten Albert Dischinger und Lukas Fischer in Kooperation mit dem BBK Bayern die Quintessenzen heraus und entwarfen eine finale Version. Das schlichte Design aus Holz nimmt sich in skandinavischer Nonchalance optisch zurück und überlässt der Kunst, die künftig darin entstehen soll, den Vortritt. Farbakzente in knalligem Gelb und zartem Dunkelgrün greifen das grafische Gestaltungsprinzip des Projektes auf.
Die bauliche Umsetzung übernahm die Firma O.LUX auf Roth. Der Innenausbau und die Malerarbeiten fanden unter Leitung von Christian Schnurer und Florian Froese-Peeck durch ein engagiertes und kreatives Team in München auf dem Hof der HALLE6 statt.
Umhüllt wird das Holzmodul durch eine weitläufige Zeltlandschaft. So entsteht eine überdachte Fläche, die den Atelierraum vergrößert und optisch ein Highlight bietet. Die Idee zu dieser kreative Hülle stammt vom niederländischen Künstlerpaar Marie-José Hamers und Bert Kramer. Die Designerin und der Architekt entwickelten bereits gemeinsame Projekte zu Hause in Amsterdam und auf internationaler Ebene in Südafrika, Sibirien oder Guatemala. Ihre Arbeit ist charakterisiert durch klare Designs und die Verwendung von nachhaltigen, meist recycelten Materialien. Sie entwickeln eine klare Formsprache, die in einen spannenden Dialog mit den eingesetzten Texturen des Materials tritt. All das zeigt sich auch in der Zeltlandschaft, die sie für Das Mobile Atelier kreierten.