Trio 13

Veranstaltung - Regionalverband - BBK Unterfranken e. V. - Unterfranken

Ausstellung dreier fränkischer BBK-Verbände
Adelbert Heil, Thomas Brix, Biljana Mihaylov, Anna Sörgel, Joachim Weissenberger, Irmingard Beirle, Roswitha Berger-Gensch, Nina Heinlein, Hans Krakau
22. Mai 2026 bis 5. Juli 2026
Kulturzentrum Franck-Haus, Untertorstr.6, 97828 Marktheidenfeld

Mittwoch bis Samstag 14 – 18 Uhr
Sonn- und Feiertag 10 – 18 Uhr

Instagram: franck_haus_art
www.stadt-marktheidenfeld.de/kultur

Adelbert Heil. Foto: Christiane Gaebert.


Hans Krakau. Foto: Christiane Gaebert.

Autor:in: Christiane Gaebert

TRIO ist eine Ausstellungsreihe der drei fränkischen BBK-Regionalverbände, um Austausch und Sichtbarkeit der fränkischen Kunstszene zu fördern. Turnusmäßig rotiert die Ausstellung der jeweils gastgebenden Verbände mal in Bamberg (Oberfranken), Nürnberg (Mittelfranken) und Würzburg (Unterfranken). 2026 hat der BBK-Unterfranken eingeladen, sich für eine Ausstellung im Franck-Haus zu bewerben. Neun Künstler:innen wurden von der Jury auserkoren und für eine künstlerische Bandbreite sorgten.

Für Oberfranken wurden Thomas Brix (Zeichnungen), Adelbert Heil (Skulptur/Bronzen), Nina Heinlein (textile Skulpturen) ausgewählt. Mittelfranken wird von Irmingard Beirle (Performance, Video), Biljana Mihaylov (textile Comics), Anna Sörgel (Fotografie) vertreten. Für Unterfranken gingen Roswitha Berger-Gentsch (Objekte), Hans Krakau (Malerei/ Skulptur), Joachim Weissenberger (Malerei) ins Rennen.

Mit „Out of Blue“ zeigt Thomas Brix 24 kleine Zeichnungen, die zwischen 2020 und 2024 entstanden sind. „Viele dieser Zeichnungen entstanden nebenbei, während eines Telefonats, ohne Absicht.“ Diese Form des automatischen Zeichnens und unterbewussten Arbeitens ist typisch für seinen Zugang zur Kunst.

Adelbert Heil ist Bildhauer. Seine Skulpturen, kleine Bronzen, stellt er im Wachsausschmelzverfahren her. Sie bestechen durch liebevolle Details, satirisch-komische Assoziationskraft „Surfdog“, oder „Englisches Bett“, das ein liegendes Paar auf einem schwebenden Bett darstellt, wobei lediglich eine Zehe das Bett mit dem Boden verankert. In der Schwebe sein, am Kipppunkt sind seine Themen.

Nina Heinlein näht barock anmutende Stelen, die Mannshoch in den Raum ragen. Die Objekte entstehen in der Auseinandersetzung mit dem Material Seidendamast oder Brokat. Die Textilien werden aus ihrer gewohnten, alltäglichen Anwendung genommen und transformiert. 

Irmingard Beirle schuf 2016 mit ihrem Performance-Projekt "wounded" in Armenien ein Video, das an den vor hundert Jahren vom osmanischen Reich an den Armeniern verübten Völkermord erinnern soll. Dazu reiste sie zu verschiedenen armenischen Klöstern und konnte Einheimische dazu gewinnen, sich den Kopf mit einer roten Binde einwickeln zu lassen. Binden sind ein Zeichen für Heilen von Wunden, auch seelischen. Rot symbolisiert die Farbe des vergossenen Blutes. Armenien ist infolge des Genozids 1915/16 immer noch ein verwundetes Land. Das Video schildert auf eindringliche Weise die Intensität mit der dort nach wie vor der Genozid die Menschen bewegt.

Biljana Mihaylov ist Textilkünstlerin mit Schwerpunkt Tapisserie. Ganz eigen kommen ihre wuchtigen, knalligen, mit Wolle geknüpften Comic-Sprechblasen explosionsartig daher.  „OOOPS“ und „BÄÄÄM“, eigentlich eruptive, aggressive Aussprüche, werden durch das weiche Wollmaterial konterkariert und in ein dauerhaftes Medium übersetzt.

Anna Sörgel fotografiert Architekturdetails. Durch digitale Spiegelung entsteht Eigenständiges und Neues. Unabhängig vom Ursprung des Gebäudes oder des Details kann der Betrachter in die Spiegelwelten eintauchen. Die mehrteiligen Bilder können individuell gedreht und gehängt werden, sogenannte Puzzle-Bilder.

Roswitha Berger-Gensch schafft Perfektion aus Abfallkarton in Form von vasenartigen Objekten. Die Grundlage ihrer Arbeiten sind technische Zeichnungen. Der Aufbau erfolgt durch 2 - 3lagige schmale Kartonringe. Das Ergebnis überwältigt durch die schlichte Strenge mit der die „Vasen“ ihr Ausgangsmaterial zu etwas Kostbarem verwandeln.

Hans Krakau verdichtet seine expressive Malweise in diesem Ausstellungsbeitrag zu Köpfen in Schwarz-Weiß, liegend, wie abgeschlagene Häupter von steinernen Riesen. Davor aufgereiht, fünf kleine Betonköpfe hingestreut, fast wie zufällig hin gerollt. Die Arbeiten entziehen sich einer einfachen Narration, wollen die Vorstellungskraft des Betrachters anregen.

Joachim Weissenbergers farbstarke Malerei mutet surreal, albtraumhaftan, hat dennoch nichts Dystopisches. Er bezeichnet seine Arbeitsweise als "limbic painting".  Es geht ihm um die Darstellung des Unbewussten.  Formen entstehen zufällig und werden zu Händen, Füßen, Gefäßen und verrätselten Körper- Landschaften. ‍

Roswitha Berger-Gensch. Foto: Christiane Gaebert.

Biljana Mihaylov. Foto: Christiane Gaebert.

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