Dream Illegal: Wenn Kunst zum Widerstand wird
In Zeiten politischer Polarisierung, gesellschaftlicher Spannungen und globaler Krisen gewinnt Kunst eine neue Dringlichkeit. Das Projekt DREAM ILLEGAL – Kunst als Widerstand versteht künstlerisches Handeln als Gegenbewegung zu den zunehmenden Einschränkungen unseres Denk- und Handlungsraums.
Zwischen 1. Mai und 31. Juli 2026 finden in Bayern mehrere künstlerische Interventionen im öffentlichen Raum statt. Internationale Künstler:innen und Kollektive bespielen Städte, Landschaften und symbolische Orte – von München über Passau bis zum Schloss Neuschwanstein – und eröffnen damit neue Perspektiven auf gesellschaftliche Debatten.
Initiiert wurde das Projekt von Künstler Peter Kees und der Embassy of Arcadia, die Kunst als Raum für kritisches Denken, Irritation und gesellschaftliche Reflexion versteht.
Träumen als politischer Akt
Der Titel „Dream Illegal“ ist bewusst provokant gewählt. Träumen wird hier nicht als Eskapismus verstanden, sondern als radikaler Akt: Wer träumt, stellt den Status quo infrage, denkt Alternativen und eröffnet Möglichkeiten für Veränderung.
Die künstlerischen Interventionen greifen genau diesen Gedanken auf. Sie nutzen Strategien aus Aktivismus, Performance und politischer Kunst, um öffentliche Räume zurückzuerobern und Diskussionen anzustoßen.
Kunstinterventionen zwischen Stadt und Landschaft
Sechs künstlerische Projekte bilden das Herzstück der Reihe. Sie verteilen sich bewusst auf unterschiedliche Orte – von urbanen Zentren bis zu landschaftlich oder historisch aufgeladenen Schauplätzen. Dadurch entstehen vielfältige Resonanzräume, in denen Kunst unmittelbar auf ihr Umfeld reagiert.
Zu den beteiligten Künstler:innen und Kollektiven gehören:
Rocco und seine Brüder
Peng Collective
bankleer (Karin Kasböck / Christoph Maria Leitner)
Mads Lynnerup
Manaf Halbouni
Peter Kees
Ihre Arbeiten reichen von performativen Aktionen über Installationen bis hin zu partizipativen Projekten im öffentlichen Raum.
Beispiele der Interventionen
Den Auftakt bildet eine Arbeit von Peter Kees, bei der der Schriftzug Dream Illegal mithilfe eines Hochleistungsprojektors auf Berge, Seen, Wolken oder Baumkronen projiziert wird. Die Intervention fordert dazu auf, Regeln zu hinterfragen und Konventionen zu sprengen.
Der Künstler Manaf Halbouni untersucht mit seiner Installation FREE WAS? die Ambivalenz von Freiheit. Zwei Wegweiser zeigen in entgegengesetzte Richtungen: „Freedom“ und „Freedoom“. Der Mast dreht sich im Wind – eine Metapher dafür, wie gesellschaftliche Kräfte den Begriff von Freiheit verändern können.
Der dänisch-amerikanische Künstler Mads Lynnerup wiederum zieht mit einem überdimensionierten Protestplakat durch Städte. Das Schild trägt bewusst keinen Slogan – und macht gerade dadurch sichtbar, wie viele Gründe es heute gibt zu protestieren.
Auch aktivistische Ansätze sind Teil der Reihe: Das Peng Collective entwickelt mit Open Border League ein Projekt, das solidarisches Engagement für Geflüchtete sichtbar macht und unterstützt.
Kunst als Denkraum für Freiheit
Alle Interventionen verfolgen ein gemeinsames Ziel: öffentliche Räume als Orte kritischer Auseinandersetzung zurückzugewinnen. Kunst wird hier zum Denkraum für Freiheit, der gesellschaftliche Strukturen hinterfragt, irritiert und neue Perspektiven eröffnet.
Gerade in einer Zeit wachsender Unsicherheit und politischer Spannungen versteht sich Dream Illegal als Einladung, das scheinbar Unmögliche zu denken – und die Vorstellungskraft als Motor gesellschaftlicher Veränderung ernst zu nehmen.
Termine & Orte – DREAM ILLEGAL 2026
Die Termine können sich kurzfristg ändern, bitte beachten sie die Angaben auf dieser Webseite: http://www.dreamillegal.org/
DREAM ILLEGAL – Peter Kees (Projektionsintervention)
1. Mai – Moosach (Metha Theater)
4. Mai – Ebersberg, Innenstadt
6.–7. Mai – München, Gasteig
7. Mai – Sudelfeld
8.–10. Mai – Wasserburg am Inn
FREE WAS? – Manaf Halbouni
22. Mai – Passau, Dreiflüsseeck
23. Mai – Rossfeld Panoramastraße
BIG PROTEST – Mads Lynnerup
4. Juni – München, Odeonsplatz
5. Juni – Schloss Neuschwanstein
7. Juni – Nürnberg, Zeppelinfeld
ECHO SAGT BODENSATZ – bankleer (Kasböck / Leitner)
7.–12. Juli – Regensburg
OPEN BORDER LEAGUE – Peng Collective
21.–30. Juli – Passau, Bahnhof
FEINDLICHE ARCHITEKTUR – Rocco und seine Brüder
24.–31. Juli – München, Ort: noch geheim.